Bärbel und Horst Kuttge – Ein Leben lang engagiert für den Hammer Norden
Innerhalb von 7 Wochen verstarben zuerst Horst (85) und jetzt auch Bärbel Kuttge (77). Sie hinterlassen einen Sohn mit Ehefrau und zwei Enkel.
Seit gut 30 Jahren haben sich beide im Hammer Norden für die Verbesserung der Lebens- und Wohnverhältnisse eingesetzt. Der Stadtteil, in dem sie selbst gerne gelebt haben und dem sie eng verbunden waren.
Das Ehepaar hat sich auf verschiedenen Ebenen eingebracht. Sei es durch die politische Arbeit in der SPD als Bezirksvertreter/in bzw. auch als Ratsfrau oder aktiv in einem der vielen Gremien oder Vereine. Frau Kuttge übernahm den Vorsitz im Präventivkreis Hamm-Norden von Peter Bunke und leitete diesen viele Jahre bis Mitte 2023.
Bärbel und Horst Kuttge waren Gründungsmitglieder des Fördervereins Stadtteilarbeit Hamm-Norden e.V.. Auch bei der Initiative zur Gründung der Kultur AG Hamm-Norden, in denen sie beide engagiert an der Programmgestaltung und Organisation der Veranstaltungen „Nordener Sommer“, waren sie „Feuer und Flamme“, hatten beide doch hohes Interesse an der Umsetzung eines zusätzlichen Kulturangebotes im Hammer Norden. Dadurch sollte auch das damalige, trotz hoher Investitionen in soziale und städtebauliche Projekte, doch recht negative Image des Stadtteils verbessert werden. Der Erfolg von über 20 Jahren Kulturangeboten vor Ort sollte ihnen recht geben.
Dabei war der ehemalige Eisenbahner Horst Kuttge eher der ruhigere Part im Hintergrund, der auch viel Zeit in seinem Schrebergarten verbrachte. Bärbel Kuttge hingegen versuchte, über ihre vielfältigen Kontakte und in unzähligen Gesprächen mit Gleichgesinnten im Stadtteil und Verantwortlichen in der Verwaltung und den örtlichen sozialen Einrichtungen unterschiedlichste Projekte anzustoßen bzw. selbst mit umzusetzen. Auch war sie für die Bürger des Hammer Nordens immer ansprechbar und suchte bei auftretenden Problemen nach Lösungen gemeinsam mit dem Stadtteilbüro und der Stadtteilkoordination.
Hier seien nur einige Projekte / Arbeiten genannt, an denen sie mitgewirkt hat:
- Unterstützung der Mieter und Mieterinnen der Siedlung Schottschleife / Schlagenkamp wegen der unzumutbaren Wohnverhältnisse bis zur Sanierung des Wohnkomplexes
- Leseförderung im Hort St. Ludgeri im Bereich Schottschleife / Schlagenkamp
- Erhaltung des Stadtteilzentrums am jetzigen Standort als zentrale Anlaufstelle für alle Menschen im Hammer Norden
- Einbau einer Werkstatt in der Karlschule
- attraktivere Gestaltung und Belebung der Katzenkuhle und des Karlsplatzes
- gesellige Nachmittage für ältere Menschen im Stadtteil
Als Ratsfrau vertrat Frau Kuttge die Stadt Hamm u.a. bei der Hallenmanagement Hamm GmbH, der Maximilianpark Hamm GmbH, der Verbandsversammlung Lippeverband und sie saß im Kuratorium des Wolfgang-Glaubitz-Seniorenzentrums der AWO am Westberger Weg.
Für ihre jahrelange Mitarbeit im Stadtteil erhielten beide die Bezirksmedaille, Frau Kuttge 2000 in Heessen, Herr Kuttge 2020 in Bockum-Hövel.
Das Nordener Ehepaar wird fehlen. Gerade in einer Zeit, wo ehrenamtliches Engagement immer weniger wird und fast alle Vereine und Gruppen Nachwuchsprobleme haben.
Bärbel und Horst Kuttge haben in „ihrem Stadtteil“ viele Spuren hinterlassen. Aber wie heißt es so schön: „Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier,...“.
Die Beerdigung findet gemäß dem Wunsch der Verstorbenen in aller Stille im Kreise der Familie statt.