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Graffiti-Workshop am Container in der Schottschleife

1. Projektidee und vorbereitende Arbeiten

 

Nachdem die Containerarbeit seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der Jugendarbeit im Hammer Norden ist, entstand bei Jugendlichen und pädagogischen Fachkräften die Idee, den Container neu zu gestalten.

In der pädagogischen Arbeit hat sich in den letzten Monaten gezeigt, dass die Clique der älteren Nutzer (ab 17 J. aufwärts) die Nutzungsregeln nicht mehr einhalten konnte oder wollte.  Darüber hinaus wurde den jüngeren Nutzern der Zugang durch das raumeinnehmende Verhalten der Älteren zunehmend erschwert, so dass die älteren Gruppenleiter in der letzten Konsequenz  ihre Schlüssel abgeben mussten. Mit der Nutzerclique der Jüngeren wurden Zeiten für begleitete Öffnungszeiten abgesprochen.  Das Konzept soll schrittweise in Richtung „Selbstverwaltung“ weiterentwickelt werden; jedoch ist dieser Prozess abhängig von der Mitwirkung und Verantwortungsfähigkeit der Jugendlichen.
Vor allem die jüngeren Jugendlichen äußerten immer wieder den Wunsch, die Graffitis neu gestalten und dem Container eine neue Farbe geben zu wollen. Mit Unterstützung der Hausverwaltung Wagner wurden zu Beginn des Sommers 2009 zunächst Farben und Material für die Grundierung besorgt. Die Flächen wurden angeschliffen, da im Laufe der letzten Jahre immer wieder überstrichen wurde und die Farbe an vielen Stellen schadhaft war. Im zweiten Schritt wird während der Sommerferien 2009 die Grundierung aufgetragen, so dass im Anschluss daran die künstlerische Gestaltung beginnen kann.

2. Ziele und Methoden

Beteiligung und Kommunikation

Um gerade der neuen Generation ein Gefühl der Identifikation mit ihrem Treffpunkt zu ermöglichen, wurde die Idee eine Graffiti-Workshops entwickelt. Die Jugendlichen sollen Verantwortung für die Auswahl der Motive sowie der farblichen und künstlerischen Ausgestaltung übernehmen sowie aktiv in das Aufbringen der Motive eingebunden werden. Die Motive für die Gestaltung der Flächen wurden von den Jugendlichen im Vorfeld unter Anleitung gemeinsam erarbeitet. Dabei war es besonders wichtig, dass die Teilnehmer miteinander in Kontakt treten um sich abzusprechen. Um im Laufe des Projektes ein zusammenhängendes Ergebnis zu erzielen, war es notwendig, dass die Teilnehmer während des Projektverlaufs miteinander kommunizierten. Das Gefühl, das etwas gemeinsam gestaltetes Bestand hat, hinterlässt bei den Jugendlichen einen bleibenden positiven Eindruck.

Prävention

Ein weiteres wichtiges Ziel bestand darin, über eine theoretische Einführung des Künstlers sowie die Vorführung eines Films den Jugendlichen die Geschichte und Kultur von Graffitikunst nahezubringen sowie über rechtliche Konsequenzen illegaler Graffitis aufzuklären. Nicht allen Jugendlichen war bewusst, welche Konsequenzen illegales Sprühen hat: Neben den Strafen wie Sozialstunden, Geldstrafen oder auch Arrest drohen Einträge in das polizeiliche Führungszeugnis, wodurch Bewerbungen um Ausbildungs- und Arbeitsplätze erschwert werden.

 

3.Projektevaluation

Die Projektevaluation erfolgte über eine Fragebogenaktion
Der Auswertungsbericht ist über die Stadtteilkoordination erhältlich.
Die Gesamtauswertung ist insgesamt gesehen als positiv zu werten (Wert 1,68).
Das Ziel „Beteiligung und Kommunikation“ wurde teilweise erreicht.
Der Auswertungsbericht zeigt, dass die Jugendlichen der fachlichen Anleitung, dem Einbringen eigener Ideen sowie der Vermittlung von Fertigkeiten bzw. sozialer Schlüsselkompetenzen teilweise als „durchschnittlich“ beurteilt haben. Dieses mag zum einen daran liegen, dass der Referent die schwierigen Motive in der Vorlage selbst aufbringen musste, die Jugendlichen konnten die Motive dann farblich gestalten. Zum anderen waren die Jugendlichen mit der Vorgabe von Motiven eher nicht einverstanden; in einer Diskussion wurden dann aber anhand der mitgebrachten Künstlermappen Motive ausgesucht, welche die Jugendlichen für ihren Treffpunkt als passend befanden.
Das Ziel „Prävention“ wurde größtenteils erreicht. Die Jugendlichen gaben im Fragebogen zu 90% an, dass problematische Verhaltensweisen wie „illegales Sprayen“ durch derartige Projekte vermieden werden können. 70% gaben an, dass die rechtlichen Konsequenzen den meisten Jugendlichen durch die Diskussion bzw. Aufklärung des Referenten jetzt deutlicher geworden ist.
Tatsache ist, dass der Container bis zum heutigen Zeitpunkt keinerlei Beschädigungen oder Schmierereien aufweist. Über Beschwerden bzgl. illegaler Graffitis liegen bis heute ebenfalls keine Beschwerden vor. Zwar gibt es von einigen Anwohnern in der Schottschleife momentan Beschwerden bzgl. Ruhestörungen und Sachbeschädigungen durch Jugendliche, diese Tathergänge stehen aber nicht im unmittelbaren Zusammenhang zum Container.
Die Verantwortungsübernahme im Rahmen der Selbstverwaltung funktioniert seit dem Graffitiworkshop einwandfrei, der Container wird in einem hohen Maße von den Jugendlichen genutzt.

Hamm, den 23. Oktober 2009
H. Wachau
(Dipl.-Sozialarbeiterin/ -pädagogin)
Jugendarbeit Hamm Norden e.V.