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OGS Ludgerischule geht auf Entdeckungsreise mit Kindern und Eltern

Kurzbeschreibung:

Mobilität im Grundschulalter bezieht sich einerseits auf individuelle, körperliche Fähigkeiten von Kindern. Andererseits bezieht sich Mobilität in diesem Alter auf wachsende Fähigkeiten, sich im Nahraum der Wohnung zunehmend selbstständig und mit zunehmendem Radius im Stadtteil und der Stadt zu orientieren und zu bewegen. In diesem Alter sind Kinder aber noch stark darauf angewiesen, dass Erwachsene, vor allem ihre Eltern, sie darin unterstützen, diese Kom­petenzen zu entwickeln. Dabei hat auch das Beispiel der Eltern eine sehr hohe Bedeutung. In einer Familie, die eher mit Kontakten im engeren Umfeld und ansonsten zurückgezogen lebt, bekommen Kinder wenig Anregung, über die engen Kreise der Familie hinaus die Umgebung zu erkunden und zu nutzen. Eine solche Beschränkung auf einen engen Aktionsradius kann zusammenhängen mit materiell engen Rahmenbedingungen, aber auch die Migrationsge­schichte einer Familie kann starken Einfluss auf den Umfang des Aktionsradius ausüben. Häufig ist allein der bekannte Nahraum der Bewegungsraum und weiter reichende Aktivitäten werden durch Sprachprobleme, Unsicherheit in der fremden Umgebung, aber vielleicht auch durch Unkenntnis (z. B. des Nahverkehrssystems) oder gar befürchtete oder real erlebte Diskrimi­nierung erschwert.

Diese Problematik ist im Einzugsbereich der Ludgerischule und für ihre Schülerschaft in hohem Maße festzustellen. Dem wollen die Ludgerischule, die Friedrich-Wilhelm-Stift gGmbH als Träger im offenen Ganztag und das Stadtteilbüro entgegenwirken mit dem Projekt „OGS geht auf Entdeckungsreise mit Kindern und Eltern“.

Gemeinsam werden Besucher des Ludgericafés, interessierte Eltern, Multiplikatorinnen des Projekts „Mein Kind wird fit“ und Mitarbeitende des Ganztags 12 Entdeckungsreisen mit Eltern und Kindern mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln entwickeln, organisieren und begleiten. Eingeladen sind nicht nur Schülerinnen und Schüler des Ganztags, sondern alle Kinder der Schule und ihre Eltern. Entdeckungsziele sind für Kinder und Familien relevante Orte, zunächst im Stadtteil, dann in der gesamten Stadt und vielleicht auch mal über die Stadtgrenze hinaus. Die Ziele werden gemeinsam mit Eltern und Kindern ausgewählt und könnten zum Beispiel sein: Spielplätze im Norden, Katzenkuhle, Fun-Park Bockum-Hövel, Heessener Wald, Schwimmbad, Tierpark, Maxipark, (Bezirks-) Bücherei. Ziel ist, dass Kinder und Eltern entdecken, welche guten Möglichkeiten die Mobilität zum jeweiligen Ort für Spiel und Bewegung, für Anregung und Lernen, Entdecken und Genießen, für familiäres und soziales Miteinander bietet. Es können Referenten für spezielle Themen und Inhalte hinzugezogen werden.

Die Entdeckungsreise richtet sich aber nicht nur auf die Zielorte, sondern besonders auch auf die Teilnehmenden selbst. Es geht dabei darum, zu entdecken, wo Hindernisse dafür zu finden sind, dass Eltern und Kinder bisher wenig eigenständige Mobilität entwickelt haben. Diese Hindernisse werden – zum Teil während der Entdeckungsreisen, zum Teil in gesonderten Terminen oder Kursen – so bearbeitet, dass sie künftig die Mobilität nicht mehr einschränken. Vielleicht muss die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs erlernt werden, müssen Eltern und Kinder sich das Roller und Fahrradfahren erst aneignen, werden Inline-Skates zum „Reisemittel“ oder Eltern üben, mit dem Stadtplan umzugehen. Dazu ist ein offenes Konzept erfor­derlich, das Raum für Reaktionen und Angebote auf konkrete Anforderungen und Bedürfnisse der Teilnehmenden lässt, die sich erst aus der Arbeit ergeben.  

Das Projekt wird die zur Mobilität im Stadtteil und in der Stadt erforderlichen Kompetenzen sowohl bei Kindern wie auch bei Eltern erweitern, den Nutzen größerer Mobilität für Kinder und Eltern erlebbar machen, das Wissen um lohnende Ziele vergrößern und das Gefühl der Sicher­heit in „fremder“ Umgebung erhöhen.

Projektziele

- Verbesserung der Mobilität von Kindern im Grundschulalter und ihrer Familien
  im Stadtteil, in der Stadt und der nahen Umgebung

- Vermittlung der erforderlichen Kompetenzen

- den Nutzen höherer Mobilität für Kinder und ihre Familien erlebbar machen
  (Spiel und   Bewegung, Anregung und Lernen, Neues Entdecken und
  Genießen, familiäres und soziales Miteinander)

- Überwindung von Mobilitätshindernissen durch Übungen und Kurse (z. B.: 
  Nutzung von Bussen und Bahn; Lesen des Stadtplans, Fahrradfahren;
  Erweiterung von Sprachkennt­nissen; Verringerung von Unsicherheit …)

Projektindikatoren

- Mindestens 6 Teilnehmende Elternteile bei der ersten Entdeckungsreise und
  angestiegene Teilnehmer­zahl bei der fünften Entdeckungsreise

- wachsende Entfernungen zu den Zielen, die auswählt werden

 - Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Familien beantwortet eine Frage
  danach, ob die Entdeckungsreise für sie etwas Gutes gebracht hat, mit „Ja“.

Abschlussbericht

der Abschlussbericht ist als pdf Datei verfügbar