Unsere Website wird gerade komplett überarbeitet. Anfang 2019 sind wir mit neuen Inhalten zurück und freuen uns auf Ihren Besuch!
Logo HAMM-NORDEN

Stadtteilgeschichte

„Im Westen wohnen die Besten, im Osten muss es was kosten, im Süden wohnen die Müden und im Norden, ja, da wohnen die wilden Horden...“ Wie wirkt dieses in Hamm typische geflügelte Wort auf ein kleines Nordener Mädchen, das diesen Spruch bei der Oma lernt und gar nicht glauben kann, dass die Oma die Enkelkinder aus den übrigen Hammer Stadtteilen lieber hat? Gottseidank wohnt die Oma auch im Norden. Ein klein wenig Stolz, etwas Besonderes zu sein jenseits von Lippe und Kanal, im Münsterschen und nicht im Märkischen zu wohnen, katholisch zu sein und eben kein Hammer Pohlbürger, nämlich arrogant und überheblich zu sein, alles das schwingt mit, vielleicht aus dem Trotz und dem Stolz armer Leute geboren. Das Mädchen besucht in den 1960er Jahren das Beisenkamp Gymnasium im Hammer Süden, die „Höhere Töchterschule“. Da erfährt man dann hautnah, was es heißt, ein Nordener Kind zu sein. (...) "

Auszug aus der Broschüre "Ansichten und Einsichten aus einem unbekannten Stadtteil" von Rita Kreienfeld

Rita Kreienfeld ist es gelungen, in sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Form darzustellen, wie in Hamm-Norden seit dem Mittelalter die große Geschichte der Politik und der wirtschaftlichen Entwicklung mit der Alltagsgeschichte der hier lebenden Menschen verschränkt ist. Die Broschüre gewährt viele neue Einsichten in den Hammer Norden und weckt Sympathien für seine Eigenarten, schrieb Stadtbaurat Ralf Möller 2003 im Vorwort der Broschüre.

Diese ist im Stadtteilbüro erhältlich unter: k.koeller(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de

"Heinrich Grieskamp ist der letzte Bauer auf dem Hof. Er muss zusehen, wie seine Acker- und Weideflächen immer kleiner werden, er ist gezwungen, seine Kühe an der neu erbauten Kardinal-von-Galen-Schule vorbei auf einem eigens für ihn freigehaltenen Weg zur Weide zu treiben. Die letzte langsame Kuh kriegt einen Knüppel ins Kreuz und auf geht’s. Bauer Grieskamp und die neu angesiedelte Industriebevölkerung – darüber gibt’s viele Geschichten." …

Die Festschrift zur Eröffnung des Grieskampschen Hofes „Aus der Geschichte des Bauernhofes Grieskamp“ von Rita Kreienfeld aus dem Jahr 2000 beschreibt den Übergang vom Bauernhof im Hammer Norden zum multifunktionellen Gebäude. Dies beherbergt heute eine Kindertagesstätte und einen Bürgersaal.

In der Sorauer Strasse wurde 1962 der Grundstein der Kardinal-von-Galen Schule, in Angrenzung zu dem im Jahre 1958 gebauten Kindergarten „Maria Königin“, gelegt. Wie in der Festschrift „Maria Königin und Graf-von-Galen-Schule“ sind die Anlagen großzügig geplant und gebaut worden. Für die Kindergarten- und Schulkinder wurden die besten Voraussetzungen geschaffen.

Unter dem Titel  „Brauchtum in der Nordenfeldmark“ hat die „Nordener Schaufel“, der Geschichtskreis der Arbeitsgemeinschaft „Offene Altenarbeit in Hamm Norden“, für das Jahr 2007 seinen vierten Kalender herausgebracht. Überlieferte, traditionelle Handlungsweise oder Gewohnheiten wurden hier mit Erfolg „geschaufelt“, so dass für jeden Monat ein Kalenderblatt mit einer Geschichte steht. Für jeden Monat gibt es eine alte Postkarte oder ein altes Foto. Neujahr, Ostern, Konfirmation, Kommunion, Pfingsten, Fronleichnam, Geburtstag und Namenstag, Erntedank, Hochzeit sowie das Weihnachtsfest sind Themen der Brauchtumspflege, die der Kalender beinhaltet.

Noch heute können sich Bürger daran erinnern, wie etwa der Postbote zum Neujahr die Glückwünsche ins Haus brachte und dafür ein Schnäpschen erhielt – und dass ob er nun wollte oder nicht oder dass der erste Karnevalszug in der Nordenfeldmark im Jahre 1934 stattfand. Elisabeth Hülsmann, die alles zusammengetragen hat, ist seit vielen Jahren in der „Nordener Schaufel“ aktiv. Ihr ist es wichtig, dass das „Schaufeln“ auch für die Nachwelt erhalten bleibt. Sollte etwas nach der Deckung aller Kosten für die Erstellung des Kalenders übrig bleiben, fließt das in ihre Stiftung, die sie 1998 gegründet hat.

Der Kalender ist zum Preis von sieben Euro in der Volksbankfiliale am Bockumer Weg sowie im Amt für Soziale Integration am Sachsenweg 6 erhältlich.

Drei Frauen aus dem Hammer Norden berichten aus ihrer Jugendzeit in den Vorkriegsjahren und während des Zweiten Weltkriegs: „Dort, wo heute die Karlschule steht, befand sich damals die Nordschule I, die ab der 5. Klasse als Nordschule II bezeichnet wurde. Aus der Nordschule I ist die Karlschule hervorgegangen; aus der Nordschule II ist die heutige Ludgerischule geworden.

Hier, in der Nordschule I, wurden sie eingeschult: Martha Czwicklinski zum Schuljahr 1936, Franzis Feikhus zum Schuljahr 1933 und Agnes Held zum Schuljahr 1934. …“
Neben ihrer Kindheit im Dritten Reich berichten sie von ihrer Schulzeit, ihrer Berufsausbildung bzw. Arbeit, der Politik, der Freizeitgestaltung sowie vom Kriegsalltag.

In Zusammenarbeit wird mit der "Nordener Schaufel", dem Stadtteil-Geschichtskreis, haben Schülerinnen und Schüler der Karlschule im Rahmen eines Mikro-Projektes diese Nordener Geschichten für das Internet aufbereiten.