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Kunstprojekt an der Ludgerischule

Erstellung eines Nornopoly - Spiels mit SchülerInnen der Klassen vier

In der Lebenswelt der Kinder ist der Kontakt zur Kunst und deren Erleben gering bis gar nicht vorhanden. Kunst soll mit dem Projekt in die  Lebenswelt der Kinder gerückt werden, soll greifbarer und direkt erfahrbar für sie werden. Durch eigene künstlerische Aktivitäten wird das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt. Bei der  Planung und Gestaltung eines Kunstgegenstandes sind sie einbezogen und können bei der Herstellung Bestätigung, Wertschätzung und Anerkennung für ihre Leistungen erreichen.

Die Nachhaltigkeit soll durch die Herstellung eines bleibenden Objektes, eines Spiels für jedes Kind (Nornopoly), erreicht werden.

In die Entwicklung des Spiels werden eigene Ortskenntnisse eingebracht und die Kenntnis von für Kinder interessante Orte (Bahnhof, Tierpark, Maxipark, usw.) erweitert. Die Kinder sollen die Texte für Karten erarbeiten, die als sogenannte Ereigniskarten eingesetzt werden. Dabei werden Situationen und Verhaltensweisen als positive und negative bewertet, um damit den Spielverlauf zu bremsen oder zu beschleunigen. Zudem sind motorische und handwerkliche Fertigkeiten angeregt.

Da die Herstellung des Spieles schon einige Kompetenzen voraussetzt ist das Projekt an SchülerInnen des 4. Schuljahres gerichtet. Die Gruppe sollte ca. 10 SchülerInnen umfassen. Das Projekt soll über 12 Wochen mit jeweils 2 Zeitstunden pro Woche durchgeführt werden.

Den Abschluss des Projektes bildet eine Ausstellung der hergestellten Spiele im Rahmen eines Eltern-Kind Nachmittages, bei dem Kinder mit ihren Eltern Nornopoly spielen werden, damit auch die Eltern die Spielregeln kennen lernen.

Mehrere unterschiedliche Kompetenzen werden angesprochen:

  • Straßennamen werden von Kindern ausgewählt und zugeordnet
  • Orte für Kinder z.B. Tierpark, Maxipark usw. können bekannter werden
  • Anwendung einer Karte
  • Einschätzung positiver und negativer Verhaltensweisen
  • Rücksichtnahme bei gemeinsamem Arbeiten
  • Geduld und Ausdauer werden geübt
  • anderen Kindern/Erwachsenen das Spiel erklären, um gemeinsam zu spielen
  • Straßennamen, Ereigniskarten müssen gelesen werden
  • Geld zählen und Beträge ausrechnen
  • Gestalten der  Spielfelder mit Hilfe von Farben und Pinseln

Projektbericht

Erstellung eines Nornopoly-Spiels mit Schülerinnen und Schülern der Klassen drei und vier unter Anleitung des Künstlers Osman Bol

 Mit viel Elan und Begeisterung sind zehn Jungen und Mädchen aus dem dritten und vierten Jahrgang an die Arbeit gegangen und haben unter Anleitung des in Hamm lebenden Künstlers Osman Bol ihr eigenes Nornopoly-Spiel erstellt. Die Spielidee des altbekannten „Monopoly“ wurde auf den Hammer Norden übertragen. An den Kunstobjekten wurde über einen Zeitraum von 12 Wochen zwei Zeitstunden wöchentlich gearbeitet. Nach den Sommerferien ging es los und jedes Kind hat, auch wenn die Zeit etwas knapp war, tatsächlich sein Spiel bis Weihnachten fertiggestellt. Diese Spiele wurden im Ludgericafé, dem Elterncafé an der Ludgerischule, vorgestellt und mit den anwesenden Eltern ausprobiert. Für ihre Arbeiten erhielten die Kinder viel Anerkennung und Bestätigung.

 Die Gestaltung des Spielfeldes, die Farbauswahl, die Arbeit mit den Materialien, auch die Erarbeitung der Ereigniskarten und die dafür erforderlichen Recherchen sowie die Beschäftigung mit den Straßennamen – die eigene Adresse wurde natürlich zur teuersten Straße im Spielfeld – boten den Kindern vielfältige Herausforderungen. Die Kinder erhielten Anstöße zum Lernen und Erproben von Arbeitstechniken, zum Lesen, zum Schreiben und Erklären. Auch motorische und handwerkliche Fertigkeiten konnten sie einbringen.

 Auch wenn für jedes Kind ein eigenes Nornopoly-Spiel entstand, beinhaltete die Projektarbeit viele Situationen, in denen gemeinsames Arbeiten, sich gegenseitiges Unterstützen und Helfen gefragt waren. Dieser soziale Aspekt, der Osman Bol sehr wichtig war, fiel bei den beteiligten Kindern auf fruchtbaren Boden. Wenn ein Kind z. B. an einem Termin nicht teilnehmen konnte, haben andere dafür gesorgt, dass es im Arbeitsablauf nicht zu weit in Rückstand geriet.

 Kunst in die Lebenswelt der Kinder zu rücken und sie zugleich erfahren zu lassen, selbst etwas künstlerisch gestalten zu können, das wertgeschätzt wird, ist im Rahmen dieses Projekts gelungen. Das Kunstprojekt konnte so umgesetzt werden, wie es geplant war. Jedes Kind hat als bleibendes Objekt sein selbst erstelltes Spiel zu Hause, mit dem es im Freundes- und Familienkreis spielen kann.