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Gesangsworkshop Hamm Norden

Die Projektidee

„Das Singen ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen ... Singen birgt nun unvergleichlich das Potential in sich, wirklich eine Universalsprache aller Menschen werden zu können ... Die Entfaltung einer neuen Weltkultur des Singens... kann die Friedfertigkeit der Menschen und Kulturen untereinander befördern.“

Sir Yehudi Menuhin
„Viele Forschungsprojekte haben bewiesen:
Wer täglich wenigstens kurz singt, musiziert, tanzt...,
bewegt sich binnen weniger Wochen in allen Bereichen
wahrnehmender, kreativer und produktiver
und erfährt sich hierin in jeglicher Hinsicht
freudiger, selbstbewußter und persönlich stabiler.
Der Einsatz für musikalische Bildung bedeutet
die Förderung der Integrität, der Eigenverantwortlichkeit
und der Handlungsbereitschaft der Person.“
Il canto del mondo - Internationales Netzwerk zur Förderung der Alltagskultur des Singens e.V.

In diesem Sinne entstand die Idee eines multi-kulturellen Stadtteilchores Hamm-Norden.

Erste mutige Schritte haben sich bei der Verabschiedung von Matthias Bartscher als Stadtteilkoordinator im Sommer 2008 ergeben, als sich einige Menschen mit mehr oder weniger Talent zusammen taten, um ein gemeinsames Lied einzustudieren.

In allen Kirchen im Hammer Norden wird gesungen, es gibt zwei Gospelchöre und einen Kinderchor an der Herz-Jesu Kirche. In den Schulen wird (hoffentlich noch oder wieder) gesungen, in den Kindertageseinrichtungen sollte das Singen zum Tagesablauf dazu gehören. Viele Eltern singen daheim (meist die Mütter und dann im stillen Kämmerlein) den Kindern abends vor dem Einschlafen vor, die Männer singen (verschämt) unter der Dusche oder laut als Chor im Fußballstadion.

All diese versteckten Talente verschiedener Generationen und Kulturen sollen zunächst zu „Gesangsworkshops“ an zwei Wochenenden motiviert werden. Die Gesangspädagogin Birgit Copony soll gewonnen werden, um diese Workshops durch zu führen.

Am Sonntagabend des zweiten Workshops können die Ergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (Nordener Sommer) gemeinsam mit einem anderen Erwachsenchor präsentiert werden.

Sollte sich ein Interesse an einer Weiterarbeit im Sinne eines Stadtteilchores entwickeln, müssten weitere Mittel eingeplant und / oder akquiriert werden.


Bewertung des Projektes durch die Chorleiterin B. Copony

Zu Beginn der  Durchführung des Projektes stellte sich die Frage, ob genügend Personen sich für das Projekt melden würden. Gedanklich hatte Chorleiterin Birgit Copony sich auf weniger Personen eingestellt und war überrascht, dass zu Beginn des ersten Workshop-Wochenendes 30 Teilnehmer/innen sich in der Aula Sorauer Str. einfanden. Die Zusammensetzung des Workshops aus Teilnehmer/innen mit anderen kulturellen, sprachlichen und musikalischen Hintergründen war bis dahin noch ungeklärt.

 

 

Bedauerlicherweise schieden zwei Teilnehmerinnen aufgrund ihres sprachlichen Hintergrundes am ersten Wochenende aus, da Probleme mit den englischen Liedtexten auftraten. Trotz Unterstützung der Teilnehmer, die die englischen Texte in Lautschrift aufschrieben, kamen sie am zweiten Übungstag nicht mehr zu Probe.

Die übrigen Teilnehmer zeigten sich motiviert und begeisterungsfähig. Die Stimmung war ausgelassen und es wurde sehr viel gelacht. Überraschend war, dass bei den Teilnehmern/innen sehr viel gutes „Stimmpotential“ vorhanden war. Einleitende Gesangs- und Atemübungen wirkten motivierend und wurden mit viel Spaß durchgeführt. Auch die zwischendurch eingeschobenen,  kurzen theoretischen Ausführungen wurden mit viel Interesse verfolgt.
Das am ersten Wochenende eingeübte Liedgut umfasste:

  • We are marching
  • There´s a girl that I love
  • Morning has broken

Die Fragestellung, ob alle Teilnehmer/innen auch am zweiten Wochenende wieder erscheinen würden, stellte sich nicht. Die Motivation am Samstag war sehr hoch und alle waren konzentriert. Der Ausblick auf die Präsentation der Ergebnisse am Sonntag stachelte den Ergeiz noch mehr an. Neu eingeprobt wurde das Lied:

  • Holy is the lamb

Das andere Liedgut wurde vertieft und gefestigt.

Der Sonntag war geprägt durch den bevorstehenden Auftritt und zeigte eine Nervosität der Teilnehmer/innen. Man merkte, dass es ihnen Spaß und Freude bereitete, das Erlernte vorzuführen, was die Motivation noch einmal steigerte.
Die Aufführung war ein voller Erfolg. Die Zuschauer dokumentierten dies mit viel Applaus. Unterstützung erfuhren die Sänger/innen bei den Liedern „There’s a girl“, „Holy ist he Lamb“ und „We are marching“  durch den Chor „Nah dran“. „Morning has broken“ wurde ganz alleine von dem Projektchor aufgeführt. Die Sänger/innen brachten hierbei eine außerordentlich tolle Leistung auf die Bühne.

Viele Menschen kamen an diesem Abend  ins Gespräch und verweilten auch noch nach der Vorstellung in der Aula.

Die Organisation der Projekttage war optimal. Dem Thekenbereich am Abend der Vorstellung muss ein großes Lob ausgesprochen werden, da alle Besucher, natürlich auch die Sänger/innen, hervorragend versorgt wurden.
Zu weiteren, aufbauenden Maßnahmen konnte seitens  Birgit Copony keine Aussage gemacht werden; ein regelmäßiger stadtteilorientierter Chor kann zur Zeit nicht von ihr angeboten werden.

Hamm im März 2010
Birgit Copony

 

 

Evaluation des Projektes

Im Rahmen des Projektes erfolgte eine Befragung der TeilnehmerInnen zu Beginn und zum Ende des Projektes.
Mehr als die Hälfte der Beteiligten haben ihren Lebensmittelpunkt in Hamm Norden, sind weiblich und älter als 36 Jahre. Gesangserfahrung ist überwiegend nicht vorhanden. Als Motivation für die Teilnahme sind Gründe wie

  • Singen macht Freude und ist gesund
  • Gemeinsam etwas mit Anderen machen
  • Geselligkeit

genannt worden.

Nach Beendigung des Workshops lag die Zufriedenheitsquote bei 100 %. Die Erwartungen an die Teilnahme wurden vollständig erfüllt, die Arbeit in der Gesangsgruppe als sehr positiv empfunden. Die Auswahl der Musikstücke war aus Sicht der Teilnehmer gelungen, die Organisation und Leitung des Workshops als ausgezeichnet bewertet.

Der Wunsch nach weiteren gesanglichen Aktivitäten in Hamm Norden wurde von allen Befragten geäußert, um eine Nachhaltigkeit sicherzustellen.