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Den Stadtteil mit Kinderaugen sehen

Ausgangslage/Projektidee:

Aufgabe der MA der Familienhilfe des  Jugendamtes ist es,  Kinder, Jugendliche und Eltern in  unterschiedlichen schwierigen Lebenslagen zu beraten, zu unterstützen,  entsprechende Lösungswege aufzuzeigen, Hilfestellungen anzubieten und auch an andere „Hilfeanbieter“  weiter zu vermitteln.

Dabei orientieren sich die Beratungen und Hilfsangebote für die Familien an deren Sozial- und Lebensraum  - dem Stadtteil Hamm-Norden.

Die hier vorhandenen stadtteilorientierten Arbeits- und Vernetzungsstrukturen werden von den  Kooperationspartner und Hilfeanbieter bereits genutzt, so dass die MA auch einen guten Einblick und Überblick über die vorhandenen professionellen Netzwerke im Stadtteil haben.

Wie  jedoch der individuelle Lebensraum der Kinder und Familien in diesem Stadtteil aussieht (bezogen auf die Hilfeempfänger)und wie die Familien ihren Stadtteil wahrnehmen -  auf wen können sie sich verlassen, wer hilft bei Alltagsproblemen und wo verbringen Kinder und Jugendliche ihre Freizeit - bleibt den MitarbeiterInnen  der Familienhilfe (Institutionen) überwiegend verborgen, da sie aufgrund ihrer Berufsrolle (Jugendamt als Eingriffsbehörde) oft keinen Zugang zu diesen informellen und individuellen Lebensräumen bekommen.
Des Weiteren sind die vom Jugendamt betreuten Familien überwiegend als sozial schwach einzustufen und  sind auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen (Hartz IV). Das hat auch entsprechende  Auswirkungen auf die im Stadtteil lebenden Kinder und Jugendlichen, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft benachteiligt sind. Die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben dieser Kinder, Jugendlichen und Familien beschränkt daher überwiegend auf den Lebens- und Sozialraum Hamm-Norden. 

Es ist  davon auszugehen, dass  der Stadtteil Hamm-Norden für diese  Kinder- und Jugendlichen eine besonders hohe Bedeutung hat und sie sich ebenfalls besonders hoch mit „ihrem“ Stadtteil identifizieren, denn, sie wachsen hier auf, besuchen den Kindergarten, kennen die Spielplätze, besuchen die Schule, verbringen ihre Freizeit vor der Haustür, machen ihre ersten Erkundungen mit dem Fahrrad, treffen Freunde an geheimen Orten,  lernen ihre erste Freundin/Freund kennen, gründen eigene Familien und leben in der nächsten Generation in diesem Stadtteil.
Unter dem Focus der o. g. Ausgangslage soll das Projekt – Den Stadtteil mit Kinderaugen sehen – ansetzen.
Das Projekt soll sich an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil Hamm-Norden orientieren.

Zielsetzung:
Ziel dieses Projektes ist es:

  1. eine Sensibilität für die Lebensräume der Kinder/Jugendliche bei Erwachsenen (MA des Jugendamtes)  zu schaffen,
  2. die  individuelle Lebensräume aus der Sicht von  Kindern im Stadtteil  Hamm-Norden den Erwachsenen (Jugendamtes, FPZ und anderen Institutionen)  näher zu bringen.
  3. Kinder und Jugendliche, aus den durch das Jugendamt begleiteten Familien, erhalten über die Teilnahme an diesem Projekt die Möglichkeit, sich produktiv, kreativ und künstlerisch  einzubringen und sich mit ihren kindgerechten Sichtweisen darzustellen.
  4. Kinder und Jugendliche erhalten ein Forum, um SICH und IHRE Welt über verschiedene Medien (Foto, Malen, Holz)  künstlerisch darzustellen und diese u.a. im Jugendamt des Stadtbezirks Hamm-Norden auszustellen und dauerhaft zu präsentieren.

 

Zielgruppe:

Das Projekt richtet sich an Kinder zwischen 10-13 Jahre, die durch das Jugendamt-Familienhilfe mitteilbar oder unmittelbar beraten werden und Hilfestellungen in Anspruch nehmen, d.h. Familien die im direkten Kontakt mit den MA des Jugendamtes stehen und Freie Träger die mit dem Jugendamt kooperieren und im Auftrag des JA tätig sind (Heiki).

 

Kooperationspartner:

Das FPZ, Mitarbeiter/innen des Jugendamtes, der Kath. Sozialdienst Hamm und anderer freier Träger sollen Kinder und Jugendliche  anleiten.

Umsetzung:

Vom 01. bis zum 03. Mai 2010, an Nachmittagen, waren die Kinder zusammen mit Osman Bol, einem Künstler aus Hamm, und 8 BetreuernInnen der vorstehenden Institutionen in den Wohngebieten der Kinder unterwegs. Die Kinder waren „bewaffnet“ mit Digitalkameras, Schreibblock und Stift. Bei diesen Streifzügen waren die Kinder die „Chefs“, die Erwachsenen ließen sich leiten und setzten dabei die „Kinderbrille“ auf.

  • Die Kinder führten die Erwachsenen an ihre liebsten Aufenthaltsorte, fotografierten sich und die Umgebung und gaben im Interview Auskünfte über beste Freunde und Freundinnen, Lieblingsspielzeuge, geheime Verstecke, Hobbys und Leidenschaften, Begegnungen auf dem Schulweg und vieles mehr
  • Fotos und Texte sind im Anschluss an die Spaziergänge mit den Kindern, unter Anleitung des Osman Bol, am PC bearbeitet worden. Daraus resultierten viele Bilder und Collagen.
  • Am 01. Juni wurden diese kleinen Kunstwerke in der Aula gezeigt und das Projekt durch eine Powerpointpräsentation noch einmal anschaulich vermittelt.
  • Eingeladen waren die Kinder, deren Eltern, alle aktiv Beteiligten, sowie Vertreter des Präventivkreises, Stadtteilbüros, Jugendamtes, FPZ und KSD.
  • Die Kinder durften einen Teil ihrer Werke mit nach Hause nehmen, ein anderer Teil wird dauerhaft in Fluren des Jugendamtes und des FPZ ausgestellt.

Bericht Westfälischer Anzeiger

Bericht vom 5. Juni 2010

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