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Sozialkompentenztraining an der Ludgerischule

Projektantrag

Störungen im sozialen Miteinander des Klassenverbandes, wie soziale Ausgrenzungen, körperliche und/oder verbale Gewalt und andere massive Grenzüberschreitungen lassen sich im Schulalltag feststellen. Dies ist häufig nicht nur den grenzüberschreitenden/aggressiv handelnden Kindern ursächlich zuzuschreiben. Vielmehr sind mehrere Akteure an der Entstehung der gestörten Situation beteiligt.
An dieser Stelle soll das Projekt ansetzen um mit Schülern, Lehrern, Eltern und Jugendhilfe Lösungen zu erarbeiten.

 Dabei sollen die folgenden Ziele verfolgt werden:

  • Selbst- Fremdwahrnehmung
  • Erkennen und Ausdrücken von Gefühlen - Einfühlungsvermögen
  • Kommunikation / u.a. Annehmen von Lob und Kritik
  • Aufmerksamkeit, Konzentration und Ausdauer
  • gewaltfreies Verhalten in Konflikten – Selbstkontrolle und Selbststeuerung
  • Stabiles Selbstbild und realistische Selbsteinschätzung
  • Umgang mit und Überwinden von Misserfolgen
  • Kooperation - Teamarbeit
  • Lern- und Leistungsmotivation
  • Einhaltung von Gesprächsregeln in der Gruppe

Teilnehmer des Trainings

OGS-Mitarbeiterinnen, Lehrer, Eltern Jugendhilfe und Trainer arbeiten gemeinsam

Das Sozialkompetenztraining beinhaltet folgende Elemente:

 

Ablauf des Trainings:

Einleitungsphase:
In diese Phase sollten Fragen wie „Wie geht es mir heute, wie fühle ich mich“, Reflexion der vorangegangenen Einheit und benennen des heutigen Themas enthalten sein.
Regelphase / Regeln festlegen
Aus den vorhandenen Regeln werden zwei bis drei Regeln heraus gesucht, auf die in dieser Einheit besonders Wert gelegt werden soll.
Entspannungsphase
Sinneswahrnehmungs,- Entspannungs- und Lockerungsübungen
Arbeitsphase
Thematische Arbeit (Gefühle / Körpersprache; Kommunikation (konstruktive Kritik – Feedback/Zuhören bei jedem einzelnen / in der Gruppe); Umgang mit Konflikten;
Stärken und Schwächen; Stärkung der Klassengemeinschaft – Teamarbeit, Umgang mit Misserfolgen)
Auswertungsrunde
emotional (was hat mir heute gefallen, wie geht es mir?),
inhaltlich/kognitiv (Was habe ich heute neu dazu gelernt?)
Transfer (wie kann ich das gelernte auf andere Lebensbereiche übertragen?)Abschlussphase
Habe ich mich an die Regeln gehalten?
Wie fühle ich mich?
Abschlussritual

 

Durch die Einbeziehung von Lehrer und OGS Mitarbeiterinnen ist Transparenz auf allen Ebenen des Schulalltages gegeben. Der Elternabend bietet die Möglichkeit, Eltern notwendige Informationen zu vermitteln, um so auch hier eine Transparenz zu ermöglichen.

  • Austausch mit den OGS Mitarbeitern und Lehrkräften der teilnehmenden Klassen
  • 1 Elternabend für die Eltern der SchülerInnen die am Training teilnehmen
  • Durchführung von 7 Trainingseinheiten mit SchülerInnen  (eine Einheit umfasst mind. 90Min)
  • Zwischenreflexion mit den OGS Mitarbeiterinnen und Lehrern
  • Abschlussreflexion mit den OGS Mitarbeiterinnen und Lehrern
  • Auswertung und Kurzdokumentation

Projektbericht

Das Sozialkompetenztraining wurde mit 10 Kindern, die das 2. Schuljahr besuchen, durchgeführt. Die Gruppe traf sich einmal in der Woche für jeweils 90 Minuten in der Turnhalle.

Der Umgang mit Wut, Aggressionen und Grenzen waren grundlegende Bestandteile dieses Trainings. In dieser Zeit lernten die Kinder neue Verhaltensmuster und Handlungsstrategien kennen, die sie in Konfliktsituationen anwenden können.

Das Training bot den notwendigen geschützten Rahmen, um Fehler machen zu dürfen, die mit respektvollen und wertschätzenden Rückmeldungen aufgearbeitet wurden.

Die Kinder wurden für das Thema Gewalt sensibilisiert und konnten auch über eigene Erfahrungen berichten. Die Kommunikation und das Benennen von verschiedenen Gefühlen waren Themen, die in jeder Stunde mit verschiedenen Feedback-Methoden trainiert wurden. Eine angemessene Streitkultur wurde in Form von Rollenspielen erarbeitet und trainiert.

Teamarbeit wurde in dieser Gruppe großgeschrieben. Wichtig war es, den Kindern ihre positiven Eigenschaften erkennbar zu machen, so dass sie dafür negative Verhaltensweisen fallen lassen konnten.

Lob und Anerkennung für ihre Fähigkeiten und der Respekt im Umgang untereinander unterstützten dieses Projekt. Das Einhalten der Regeln und Grenzen wurde geübt und mit Hilfe von Ritualen auch gefestigt.

Der Austausch mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Mitarbeitenden des „Offenen Ganztages“ trug dazu bei, dass das Erlernte weiter gefördert wurde und viele der Inhalte mit in den Alltag einfließen konnten.

Heike Huneke

Erlebnispädagogin