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Grenzen erfahren – Erlebnispädagogik in der Turnhalle der Ludgerischule

Hinter problematischem Sozialverhalten von Kindern verbergen sich oft ein unklares Selbstbild, ein geringes Selbstbewusstsein und ein nur wenig gefestigtes Selbstwertgefühl. Wenn Kinder herausfinden wollen, „Wer bin ich?“, „Was kann ich?“ und „Wie sehen mich die anderen?“, ist eine wichtige Voraussetzung, eigene Grenzen zu erfahren und akzeptieren zu lernen. Erst wenn das gelingt, können auch Grenzen anderer eher wahrgenommen und anerkannt werden.

Solche Erfahrungen sind besser zu gestalten und gelingen leichter in der Bewegung und beim Sport als in anderen sozialen Kontexten oder gar in der Unterrichts­situation. Diesen Vorteil macht sich dieses Projekt durch erlebnispädagogische Gruppen-Aktionen in der Turnhalle zu eigen. Damit eine Gruppenbildung mit wiederkehrenden Ritualen und gleichbleibenden Regeln erfolgen kann, muss die Gruppe bezogen auf die Teilnehmerschaft Konstanz haben und über eine längere Zeit, in diesem Fall ein ganzes Jahr von Januar bis Dezember 2010 oder zwei Schulhalbjahre von Februar 2010 bis Januar 2011, kontinuierlich stattfinden. Erst dann wird es möglich sein, die Lernerfahrungen auch in andere soziale Situationen zu übertragen und die Persönlichkeitsentwicklung weiterzubringen.

Damit eine nachhaltige Wirkung eintreten kann, müssen Lehrerinnen und Lehrer sowie die Mitarbeitenden des Ganztags einbezogen und gut über den Gruppen­prozess und die Entwicklung einzelner Kinder informiert werden.

Teilnehmer sind zunächst 10 Kinder aus dem zweiten Jahrgang, die von den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern vorgeschlagen werden, weil sie aufgrund ihres Selbstbildes und des Selbstwertgefühls Schwierigkeiten in sozialen Situationen haben oder machen. Wenn grundlegende Elemente der Gruppenbildung erreicht sind, können weitere Kinder in die Gruppe aufgenommen werden, bis zu einer Höchstzahl von 16 Teilnehmenden.

Die Gruppe wird angeleitet von zwei Mitarbeiterinnen, einer Erlebnispädagogin und einer Motopädin, weil auch Kleingruppenarbeit erforderlich ist. In der Schulzeit finden wöchentlich Gruppentreffen von zwei Stunden Dauer statt. Zusätzlich werden monatlich 4 Stunden für die Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern sowie für Elterngespräche benötigt.

Der Abschlussbericht des Projektes kann hier als pdf eingesehen werden.

Beispiel einer Übungseinheit:

Kooperationsspiel „Mattenrutschen"

Ziel des Spieles „Mattenrutschen" ist es, gemeinsam als Team die Matte soweit wie möglich durch die Sporthalle rutschen zu lassen. Das gelingt um so besser, je mehr der Sprung koordiniert wird.

Kennzeichen von Kooperationsspielen ist, dass man diese Spiele nur als Gruppe spielen bzw. lösen kann. Das Miteinander steht im Vordergrund, so dass das soziale Lernen jedes Einzelnen durch das gemeinsame Tun gefördert wird. Übergeordnete Ziele von Kooperationsspielen sind:

1. Steigerung des Selbstbewusstseins,

2. Erweiterung der sozialen Kompetenzen,

3. Ausbildung von Teamfähigkeit.