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Familienwelt und Schulwelt an der Ludgerischule

Kinder der Offenen Ganztagsschule Ludgerischule drehen einen Film

Projektantrag

Elternhaus und Schule stehen sich manchmal recht fremd gegenüber – das gilt für Familien mit Migrationshintergrund in besonderer Weise. Was man tut, wie man miteinander umgeht, welche Spielregeln gelten, das ist verschieden. Das ist auch richtig so, weil Schule und Familie ganz unterschiedliche Aufgaben und Bedeutung für Kinder haben.

Aber gleichzeitig haben Elternhaus und Schule miteinander zu tun und sollten aufeinander bezogen sein. Besonders die Kinder müssen sich in beiden Welten zurecht finden und die Unterschiedlichkeit zwischen beiden erkennen und zugleich integrieren und nutzen können. Sie sind darauf angewiesen, dass schulisches Lernen durch die Familie unterstützt wird. Die Verantwortung für die Bildung der Kinder muss gemeinsam getragen werden. Deshalb sollten Familie und Schule viel voneinander wissen, sich gut kennen und aufeinander bezogen sein. Weil das nicht immer so ist, sollen mithilfe des Mediums Film aus der Perspektive von Kindern Brücken gebaut, das Wissen voneinander vergrößert sowie der Umgang miteinander intensiviert werden. Kinder sind dabei die Akteure und Vermittler beider Welten. Unter Anleitung von Fachkräften erstellen sie ein Drehbuch, koordinieren weitere Vorbereitungen für die Verfilmung, filmen selbst und übernehmen abschließend den Schnitt. Es entsteht ein Film, der anderen präsentiert werden kann. Den kindlichen Akteuren selbst, aber auch Eltern und Lehrkräften, wird beim Anschauen deutlich werden, wie sich Familienwelt und Schulwelt unterscheiden und trotzdem zueinander passen und einander ergänzen.

Zielgruppenbeteiligung:

Zielgruppen des Projektes sind Schülerinnen und Schüler der Ludgerischule und ihre Eltern. Die wichtigsten Akteure sind dabei die Kinder, die täglich von der Familie zur Schule und wieder zurück wechseln. Sie sind diejenigen, die beide Welten gut kennen und die jeweiligen Besonderheiten ausdrücken sollten. Dazu brauchen sie die Unterstützung durch Fachleute, die ihnen das Medium Film und seine Möglichkeiten erklären können und vor allem ihnen helfen, sich mit diesem Medium auszudrücken, nachdem sie sich darüber klar geworden sind, was sie ausdrücken wollen.

 Dabei ist nicht der entstehende Film das Wichtigste (obwohl er auch gut werden soll, damit die Kinder mit Stolz und gestiegenem Selbstbewusstsein ihr Werk vorführen können, und damit die Familien sich gern präsentieren), sondern die Auseinandersetzung der Kinder und der Eltern mit dem Thema und ihre Arbeit daran, was in Familie und Schule hineinwirken soll. Deshalb ist die Kernaufgabe nicht die Erstellung eines Filmes, sondern die Arbeit mit Grundschulkindern an der Brücke zwischen Familie und Schule mit dem Medium Film. Dabei soll das Medium Film auch nach Abschluss des Projektes weiter für die Schule nutzbar gemacht werden.

Ziele:

  • Mobilität der Kinder stärken und sie befähigen, sich zu orientieren, zu bewegen und an anderen Orten zurechtzufinden
  • Mobilität für Kinder erlebbar machen und so die Bereitschaft der Kinder fördern, in andere Welten aufzubrechen mit dem Ziel, Mobilität als innere Haltung zu verankern
  • Familie und Schule einander näherbringen als Voraussetzung für gemeinsame Bildungsverantwortung
  • Eltern als Bildungspartner einbeziehen und aktivieren
  • Medienkompetenz der Kinder stärken
  • Arbeit mit dem Medium Film in die Schule bringen, um Ausdrucksmöglichkeiten von Kindern und Kompetenzen im Umgang mit der Technik zu erweitern.

Evaluation  -  Brücken bauen Film Ludgerischule

Kinder wechseln zwischen den Systemen Schule und Familie und schlüpfen dabei in unterschiedliche Rollen. Verhalten wechselt im familiären und schulischen Kontext. Sie sind diejenigen, die beide Welten gut kennen und die jeweiligen Besonderheiten ausdrücken können.

Das Projekt, das sich aus diesem Zusammenhang herauskristallisierte, war eine Brücke zwischen Familie und Schule zu bauen.
Unter Beteiligung von Medienfachleuten fanden die Schüler, Eltern, Schule eine Ausdrucksmöglichkeit, dieses Zusammenwirken darzustellen.
Die Schüler schlüpften in die Rolle von Drehbuchautoren, um aus ihrer Sicht das unterschiedliche Rollenverhalten zu dokumentieren. Als Form der Darstellung bot sich das Medium Film an. Dabei sollten die Teilnehmer ihre Medienkompetenz verbessern.

Im Vordergrund stand nicht die Erstellung eines Mediums, das nach Abschluss des Projektes der Film weiter für die Schule nutzbar sein sollte, sondern das gemeinsame Handeln.

Die Schüler gingen begeistert an die Planung und Umsetzung und zeigten schauspielerische Fähigkeiten. Durch die Darstellung von unterschiedlichen Betrachtungsweisen, lernten sie, unterschiedlichen Meinungen zu akzeptieren und sich in der Gruppe zu bewegen und in andere Welten aufzubrechen mit dem Ziel, Mobilität als innere Haltung zu verankern

Mit der Durchführung und Projektierung des Projektes war der Offene Kanal Hamm e.V. beauftragt. Dieser organisierte die technische Abwicklung des Projektes als auch die Auswahl des Filmemachers.

Im Rahmen des Konzeptes sollte mit den Schülern ein Drehbuch erstellt werden.  Der Regisseur wechselte aus Sicht der o.a. Teilnehmer von einem Dokumentarfilm zu einer Produktion eines Spielfilms. Es erfolgte keine Absprache zwischen dem Regisseur und den Schul- und Projektverantwortlichen

Das Friedrich Wilhelm Stift/ Ludgerischule machten die Erfahrung,

·        dass Abstimmung und Festlegung von Rahmenbedingungen stärkere Berücksichtigung finden muss.

·        dass hauptamtliche Begleitung von künstlerischen/kulturellen) Projekten erforderlich ist.

·        dass Ziele (gem. Projektantrag) konsequent eingehalten werden sollten oder nur in Rücksprache veränderlich sind.

·        dass permanenter Feedback zwischen allen Beteiligten erforderlich ist.

·        dass bei Vergabe von externen Leistungen das Preis-Leistungs-Verhältnis stärkere Berücksichtung finden sollte und auch für den Erfolg des Projektes maßgeblich sein kann. („nicht nur immer auf Hörensagen / Empfehlungen verlassen“).

 

 

Am 21.04.2009 fand ein Projektgespräch in der Ludgerischule statt. Die Erreichung der Teilziele für die Schüler wurde gemäß Projektantrag positiv bewertet.