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Ludgerischule

Familienzentrum Hamm-Norden

Vorwärts hüpfen - rückwärts rechnen (16)

Ein bewegter Lernprozess nicht nur für Kinder!

Projekträger: Movere e.V.

Kooperationspartner:
Familienzentrum und Kita`s Hamm-Norden, Ludgerieschule, Stadtteilbüro

Projektzeitraum: September 2011 bis Juli 2012

Kurzbeschreibung:

Heute sind sich  Pädagogen aller Schulstufen darüber einig, dass die Kinder von Jahr zu Jahr "schwieriger" werden; sie es aber auch durch veränderte Lebensbedingungen, Armut, Migrationsproblemen, erhöhten Leistungsdruck, mangelnde Zeit und vieles mehr  immer schwerer haben. Ein hoher Anstieg der Zahl emotional und sozial beeinträchtiger Kinder in allen Schulformen verdeutlicht die Tatsache, dass sich nicht nur die Lebensbedingungen sondern damit auch die Lernvoraussetzungen vor allem im Grundschulbereich immer weiter auseinander entwickeln und die Schülerschaft immer heterogener wird. Besonders im Bereich Hamm-Norden gibt es viele Kinder aus einem Milieu, in dem wirtschaftliche und soziale Isolation bedingt z.B. durch Arbeitslosigkeit den Alltag bestimmt und zu einer erzieherischen Verarmung der Kinder führen, denen dadurch Lernvoraussetzungen für schulisches und soziales Lernen fehlen. Hier bietet sich die Psychomotorische Förderung als ein Konzept für "ganzheitliches Lernen" an. Die Verbesserung und Automatisierung der eigenen grob- und feinmotorischen Fähigkeiten gibt  mehr Konzentration für das Unterrichtsgeschehen frei. Großräumige Bewegungs- und Wahrnehmungsangebote und "zahl"-reiche Spielideen unterstützen das Be-greifen von Buchstaben und Zahlen. Besondere Bedeutung für die kognitive Entwicklung hat dabei das bewusste Erleben räumlicher und zeitlicher Strukturen in motorischen Handlungen. Der zusätzliche Einsatz von  Materialien mit hohem Aufforderungscharakter wie Trampolin oder Airtramp und dazu den "Schonraum" der kleinen Lerngruppe mit max. 8 Kindern bietet auch   einer interkulturellen Gruppensituation gute Voraussetzungen über Bewegung sowohl  die eigene Persönlichkeit zu stärken als  auch die sozialen Kompetenzen.

Für diese spezielle  motorische  Kleingruppenförderung haben  Lehrer zum einen nicht die erforderliche  Qualifikation, zum anderen fehlt die Zeit  dieses Angebot während der Schulzeit zu integrieren. Eine Förderung außerhalb der Schule wird von den meistens Eltern nicht angenommen; dies würde Engagement, Zeit oder Geld kosten, was für die Elternschaft  der Ludgerieschule im allgemeinen nicht  aufgebracht wird. Da aber eine Förderung der Kinder mit  Beteiligung, Verständnis oder Unterstützung der Eltern erfolgreicher ist, werden die Eltern bereits zu Beginn am Kennenlerntag in Schule mit in das Projekt eingebunden. Durch  einen Bewegungsparcours und gemeinsame Spiele mit ihren Kindern werden den Eltern die Inhalte und Ziele der Förderung verständlich gemacht. Häufig ist  besonders Eltern von Mädchen mit Migrationshintergrund z.B. aus der Türkei, Sri Lanka u.s.w. die Bedeutung der motorischen Fähigkeiten als Grundlage auch für das Lernen nicht bewusst. Selber ausprobieren und erleben weckt bei den Erwachsenen mehr Verständnis. Diese Bewegungseinheiten  sollen zum Teil  mit initiiert werden   über den regelmäßigen Treffpunkt " Elterncafe", eine Einrichtung der Schule, die bekannt ist und so ein guter Zugang wäre.

Dieses Projekt beruht so auf einer engen Kooperation von

  1. Kita`s, die die neuen Erstklässler  mit Empfehlung für dieses Projekt zur Schule anmelden,
  2. aufnehmenden Lehrern, die Förderinhalte mit in ihren Unterricht integrieren können
  3. Eltern, die bei mehr Verständnis um die Probleme ihrer Kinder hoffentlich mehr unterstützen können
  4. Sozialarbeiter des Stadtteilbüros, die zusätzlich in der Elterberatung unterstützen

Fachkräften von Movere mit therapeutischer, beratender und "vernetzender" Arbeit.

Der Abschlussbericht kann als pdf-Datei eingesehen werden.