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Projektantrag MOBI- Karlschule

Projektziele:

Mit dem Konzept „MOBI-Karl“ werden berufsweltliche und lebensweltliche Mobilitäts-fertigkeiten aufgebaut, die für einen erfolgreichen Übergang von der Schule in die ungeförderte Regelausbildung notwendig, jedoch bei vielen Jugendlichen zumeist zu wenig ausgebildet sind. Nach Analysen des KJC Hamm können diese Konstellationen zu einem erheblichen Vermittlungshemmnis bei der Integration in Ausbildung werden.

Eine ganzheitliche „Mobilitätskompetenz“ wird daher im Laufe des Projekts über Themenmodule mit den Teilnehmenden aufgebaut und fortentwickelt, um geistige, persönliche, räumliche und berufliche Mobilitätserfordernisse beim Übergang in die Ausbildung zu meistern. Die Teilnehmenden werden u.a. erlernen, wie sie für sich zusätzliche berufliche Optionen erschließen, eine erweiterten Bewer-bungsradius erlangen und größere Flexibilität in Bezug auf ausbildungsbedingte Orts-wechsel erlangen können. Darüber hinaus wird an der zur Beteiligung vorgesehenen Karlschule ein nachhaltig wirksames Curriculum zur Mobilitätskompetenz-Bildung erreicht und im regulären Schulbetrieb verankert werden (etwa im Bereich der Wahlpflicht-Angebote).

Indikatoren

1. Persönlicher Mobilitätsradius für die berufliche Zukunft vor und gegen Abschluss des Mobilitätskompetenz-Projekts (quantit. und qualit. Indikator)
Ausgehend von der Ermittlung des persönl. Mobilitätsstatus der TN wird gemessen, wie sich dieser laufend erweitert. Im Projekt wird über Übungen und Vermittlungsphasen im gesamten Spektrum der Mobilitätskompetenz ein messbarer Zugewinn an „individueller Reichweite“ erreicht (möglichst ≥ 30 km) und die Veränderung indiv. Einstellungen zur Mobilität anhand eines Fragebogens gemessen.

2. Anzahl in Frage kommender Ausbildungsofferten - insbesondere jener im Tagespendelbereich um Hamm (quantitativer Indikator)

Über die Entwicklung plausibler beruflicher Alternativen jenseits der 10 beliebtesten Ausbildungsberufe wird ebenfalls per Fragebogen gemessen, inwiefern die berufliche Flexibilität und Mobilität erfolgreich auf- bzw. ausgebaut wurde. Anhand der Zahl der beruflichen Alternativen wird das individuell erreichte Ausmaß an räumlicher und beruflicher Mobilität für die individuell bestmögliche Berufsperspektive ermittelbar

3. Schaffung nachhaltig wirksamer curricularer und organisatorischer Strukturen:

Erfolgreich ist das Konzept auch dann, wenn an den beteiligten Schulen Wege eröffnet werden, Mobilitätskompetenzbildung dauerhaft zu etablieren. Entsprechend wird der Erfolg auch daran zu messen sein, inwieweit nachhaltig Unterrichtsinhalte, Wahlpflicht-bereiche, Brückenschläge zu Initiativen und Partnerschaften mit Unternehmen die Inhalte und Ergebnisse der Projekt-Pilotphase in den Alltag übergehen lassen.

Kurzbeschreibung:

Notwendigkeit des Projekts:

Insbesondere für Schulabgehende der Hauptschulen – hier der Karlschule Hamm – stellt der direkte Übergang in ungeförderte Ausbildung oft eine besondere Herausforderung dar: Zu wenig differenzierte Berufsvorstellungen, Unkenntnis der beruflichen Alternativen, geringe Neigung zum Pendeln, Defizite im Bereich der persönlichen Bereitschaft zum Antritt einer Ausbildung im Umland in Verbindung mit einer großen Konkurrenz am Ausbildungsmarkt hemmen oftmals direkte Übertritte. Zugleich erfordert die moderne Arbeitsgesellschaft generell immer mehr „Mobilität“. Durch Aufbau einer ganzheitlichen Mobilitätskompetenz wird daher mit dem Projekt der berufliche Übergang der Zielgruppe auf eine breitere, erfolgversprechendere Basis gestellt.

Zielgruppe:

Wie zuvor bereits angedeutet soll das Konzept aufgrund der besonderen Konstellationen beim Übergang in die Regelausbildung an der Karlschule mit den Schüler/innen der 9. Jgst. (primäre Zielgruppe) realisiert werden. Dazu kommen u.a. noch Lehrkräfte, Eltern und Unternehmen als sekundäre Zielgruppen.

Zielhorizont:

Anhand der Konzeption lassen sich zwei Zieldimensionen herausstellen: Zum einen wird das Projekt konkret berufsweltlich relevante Schüsselfertigkeiten im Sinne der gesteigerten Mobilitätskompetenz bei den TN vermitteln. Darüber hinaus verfolgt MOBI-Karl zugleich die Etablierung von curricularen Strukturen im Sinne einer dauerhaften Einbeziehung der Vermittlung von Mobilitätskompetenz an Hauptschulen. Inhaltliche Ebene und strukturelle Ebene werden somit gezielt verschränkt.

Projektentwicklung:

Dank enger Abstimmung mit dem Übergangsmanagement der Stadt Hamm (Frau Tadzidilinoff) und der Leitung der zur Beteiligung vorgesehenen Hauptschule sowie der Einbettung in die lokalen Strukturen insgesamt entsteht ein passgenaues Gesamtkon-zept entlang der spezifischen Bedarfe. Mit Umsetzungsbeginn sichern kontinuierliche Dialoge mit den Lehrkräften und Schulleitungen die passgenaue Einbettung in die schulischen Strukturen.

Durchführung:

Neben den vorgenannten Akteuren – durch die sowohl im Vorfeld als auch im Gesamt-prozess der Umsetzung die redundanzfreie Anbindung an den lokalen Aktionsplan und das Rahmenkonzept zur Berufsorientierung gewährleistet wurde/wird – steuert CREOS Lernideen und Beratung GmbH das Projekt. CREOS ist seit einigen Jahren sowohl in Hamm als auch im thematischen Umfeld der Berufsorientierung generell tätig und verfügt über entsprechende Referenzen, die auf eine erfolgszuversichtliche Umsetzung schließen lassen.

Projektumsetzung:

Mit einer qualifizierten päd. Mitarbeiterin aus dem CREOS-Team sowie einer päd. Leitung und einer anteiligen kaufm. Kraft zur ESF-konformen Belegführung soll das Konzept in thematischen Modulen umgesetzt werden, die jeweils einen spezifischen Fokus des Gesamtkonstrukts „Mobilitätskompetenz“ behandeln. Nach Abstimmung mit der beteiligten Schulen wird das Konzept „schulnah/-intern“ realisiert (Projekttage, Projektwoche, Einbezug der Schulwandertage für mobilitätspraktische Exkursion, ggf. Einbetttung in Wahlpflichtbereich). Bedarfsbezogen steht ggf. zusätzlich das CREOS-Lernzentrum Hamm zur Verfügung.

Zeitplan der Umsetzung:

Ab Vorliegen des Förderzusage werden mit den Schulen Vorbereitungen getroffen, die Konzeptmodule sowohl inhaltlich als auch organisatorisch optimal an die schulischen Strukturen anzudocken. Anschließend erfolgt die Realisierung der Themenmodule (außerhalb der Ferienzeiten, geplant ab Mitte Juni 2010 bis 15. November .2010): 

  • Check-in-Modul mit Aufnahme und Information der Teilnehmenden
  • Modul „Persönliche und regionale Mobilitätsperspektiven“,
  • Modul „Umziehen und Ankommen“ – überleben in neuen Städten“,
  • Modul „Money, money, money“ - Mein Leben als Finanzprojekt,
  • Modul „Mobilität und Bewerbung“,
  • Abschlussmodul Modul „Dein Meister/innenstück“
  • Fakultativ/zusätzlich: Durchführung eines  mobilitätspraktischen Abschlussprojekts

Die Umsetzung erfolgt jeweils in Gruppen zu etwa 18 Schüler/innen, die jeweilige Modulgesamtdauer soll je 4,00 Zeitstunden betragen. Kontinuierliche Austauschprozes-se vor und während der Umsetzung sichern einen redundanzfreien Verlauf sowie ein Schnittstellenmanagement zu den vorhandenen Ressourcen der Berufsorientierung an der Karlschule. Damit werden Doppelstrukturen vermieden und sinnvolle Schnittstellen erarbeitet (z.B. Einbezug von Ergebnissen der schulischen Kompetenzermittlung außerhalb des Projektkontextes von MOBI-Karl).

Nachhaltigkeitsperspektive:

Intensive integrierte Austauschprozesse sichern die nachhaltige Etablierung curricularer Strukturen, die das Thema „Mobilitätskompetenz-Bildung“ in den schulischen Alltag einbeziehen. Dabei könnte z.B. eine „Mobilitätsagentur“ als zusätzliches Angebot an der Schule aufgebaut werden. Ebenso wird gemeinsam entwickelt, wie Themenaspekte der Mobilitätskompetenz dauerhaft in der Beratungsarbeit der Studien- und Berufswahlkoordinator/-innen verankert, mit bestehenden Initiativen (z.B. MOVERA) verschränkt werden können und in die fachunterrichtliche Ebene integriert werden können (etwa Mobilitätserfordernisse der Postmoderne in Geschichte/ Sozialkunde oder schülerverantwortete Organisation von Schulfahrten als fächerübergreifende Praxisübung). Nicht zuletzt soll ein Rückbezug auf den Rahmenplan der Berufsorientierung in Hamm und eine Ausweitung der Unternehmenskooperationen erreicht werden.

Der Projektbericht kann als pdf Datei eingesehen werden