Logo HAMM-NORDEN

Ich will mich bewegen und wissen, wie das geht

Kurzbeschreibung:

Besonders in der Sozialen Gruppenarbeit mit den Mädchen im Alter von 8-14 Jahren fällt eine gewisse „Unbeweglichkeit“ auf. Völlig auf das Wohngebiet, eventuell noch den Schulweg beschränkt erleben die Mädchen einen relativ engen Bewegungsradius und damit eine große Abhängigkeit und Unflexibilität.

Nach Rückfragen in der Gruppe wurden seitens der Mädchen ein reges Interesse und der Wunsch, ein Projekt zum Thema Mobilität durchzuführen geäußert und gewünscht.

Auftakt des etwa 12 monatigen Projekts soll eine Fahrt in die Landeshauptstadt Düsseldorf sein.

(Fahrt wird durch Buchung der JH vorbereitet und ein Rahmenprogramm wird erstellt. Die Mädchen müssen Zugverbindungen herausfinden und Fahrkarten selbst kaufen, Wegstrecken in Düsseldorf herausfinden für U-Bahnen, Straßenbahnen, S-Bahnen, Bus und Schiff und zu Fuß. Die Mädchen werden dabei angeleitet und begleitet, werden darin geschult, mit Stadtplänen und Fahrplänen umzugehen, lernen Orientierungshilfen kennen, lernen Schilder zu lesen und am PC Informationen herauszufinden.)

Die Fahrt soll den Mädchen durch die dann gemeinsam gemeisterte Herausforderung den Anreiz geben, sich in einer fremden Umgebung zurecht finden zu können und dadurch das Interesse wecken, Mobilität weiter zu fördern(in der Heimatstadt, der näheren Umgebung und der Region).

Alle notwendigen Kompetenzen(Sprachkenntnisse und Ausdrucksformen, interkulturelle Kompetenzen und Schlüsselkompetenzen) können, sollen und werden hier angesprochen und in Bewegung geschult.

Die Mädchen können so im Laufe des Jahres die Erfahrung machen, dass Fremde nichts schlimmes bedeutet, sondern lernen in einem festen Gruppenverband Möglichkeiten kennen, sich zurecht zu finden, sich Orientierung zu verschaffen, mobil zu sein und auch überregional die Sicherheit zu haben, Fremdes entdecken zu können und so befremdliches abzubauen und sich darin zu bewegen.

Gerne soll im Laufe des Projektes auch die Familie der Mädchen mit einbezogen werden. Zunächst werden die Eltern zur Vorstellung des Projektes eingeladen, können und sollen aber auch später immer wieder mit eingebunden werden. Eine regelmäßige Vorstellung der Arbeit innerhalb des Projektes soll stattfinden, weiter könnten aber auch z. B. gemeinsame Rallyes mit der ganzen Familie stattfinden.

Neue Ideen werden sich sicherlich noch im Projektverlauf durch die Entwicklung, den Austausch und die erwünschte Mitsprache der Mädchen ergeben.

 Ausweitung des Bewegungsradius

  • Bezirk
  • Kommune
  • Überregional
  • Besitz eines intakten Fahrrades
  • Verbesserung der Selbstständigkeit
  • Die drei ältesten Mädchen sollen in den Besitz einer FunCard kommen
  • Die drei ältesten Mädchen sollen in die Jugendarbeit der Insterburgerstraße integriert werden
  • Abbau von Hemmnissen zwischen den Bevölkerungsgruppen

Mobilität (zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bus, U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn, Zug, Schiff) fördern, indem Schlüsselkompetenzen(personale, soziale u. methodische Kompetenzen), interkulturelle Kompetenzen und Sprach- und Ausdrucksfähigkeiten geschult und erweitert werden.

Indikatoren

Mädchen sind

  • zu Fuß
  • mit dem Fahrrad
  • mit dem Bus
  • überregional mit der U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn und dem Zug mobil/teilweise mobil(über ihrer ursprünglichen Bewegungsradius hinaus)

Mädchen können

  • Stadtpläne lesen
  • Fahrpläne lesen
  • Fahrtickets kaufen
  • nutzen Freizeittickets für den Bus
  • haben intakte Fahrräder
  • fahren mit dem Fahrrad zur Schule(älteren Mädchen)
  • nutzen die Anbindung im Jugendkeller der Insterburgerstraße
  • besuchen die Projekttage regelmäßig

 Familien der Mädchen

  • sind gut über das Projekt informiert
  • beteiligen sich an Stadtteilrallyes

Dass die Mädchen mit Spaß und Freude am Projekt teilnehmen, dass Unsicherheiten und Ängste in der Mobilität abgebaut und Fähig- und Fertigkeiten aufgebaut werden, dass die Mädchen eigene Ideen zur Mobilitätsförderung entwickeln, dass Mädchen außerhalb der Mädchengruppe Selbstständig zunehmend mobil werden, dass Familien die Mobilität der einzelnen Mädchen unterstützen.

Messung und Überprüfung der Indikatoren und Zielerreichungen:

In einer Eingangsbefragung, einer Befragung etwa zur Hälfte des Projektes und einer Befragung der Mädchen und deren Familien zum Projektende sollen die Indikatoren überprüft und gemessen werden. Die Eingangsbefragung dient unter anderem besonders zur Definierung der weiten Feinziele. In der „Zwischenbefragung“ soll gemessen werden können, welche Ziele bereits sicher erreicht wurden und ob sich eventuell noch weitere Ziele entwickelt haben. Die Abschlussbefragung unter Einbezug der Befragung der Familien überprüft zum einen die erreichten Ziele des Projektes und der Vorstellung und des erlangten Wissens der Mädchen, zum anderen soll die Wirkung des Projektes in den Familien der Mädchen gemessen werden.

Auf naturwisssenschaftlichen Entdeckerspuren in Bremen

„Jetzt weiß ich wie`s geht!“

Auf naturwissenschaftliche Entdeckerspuren begab sich die Mobilitätsgruppe des Stadtteilbüros Hamm Norden in den Norden Deutschlands

 „Das hat sich aber gelohnt!“ lautete das Resumé der Mobilitätsgruppe „Ich will mich bewegen und wissen wie das geht!“, gefördert durch das Bundesministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport und der Stadt Hamm, des Stadtteilbüros Hamm Norden unter der Leitung von Sylvia Scheper am vergangenen Freitag.

Nachdem die acht Mädchen und drei Frauen bereits um kurz vor acht mit dem Zug aufgebrochen waren und den langen Weg nach Bremen auf sich genommen hatten, wurde keine der Erwartungen enttäuscht. Ziel und Ort der Attraktionen war das UNIVERSUM in Bremen, ein MITMACHMUSEUM, das sich mit den naturwissenschaftlichen Bereichen Mensch, Erde und Kosmos beschäftigt und jedem Besucher etwa 250 Mitmach- Exponate bietet. „Hier erklären sich naturwissenschaftliche Begebenheiten spielerisch wie von selbst und fördern die Lust des Entdeckens, sich Beschäftigens und des Begreifens.“

Im Bereich Erde arbeitet man sich vom Erdinneren bis zur Erdoberfläche vor, und kann neben den Experimenten eine simulierte Tiefseefahrt mit dem U-Boot machen und sich in einen Erdbebensimulator begeben, welcher drei der wahrscheinlich bekanntesten Erdbeben simuliert. „Oh je, hoffentlich gibt es bei uns kein Erdbeben“, waren die anschließenden Aussagen der Mädchen.

Der Bereich Mensch beschäftigt sich mit dem Anfang des Lebens, der Wahrnehmung und der Zeit des Menschen. Klingt erst einmal ziemlich trocken, ist es aber ganz und gar nicht! Sich selbst anhand seiner Körpermerkmale erforschen(Haarstruktur, Haarfarbe, Augenfarbe, Daumenabdruck, Nasenform usw.) und sich anschließend per Computer unter allen Besuchern auszuwerten war schon ziemlich spannend. Weiter ging es mit Geschicklichkeitsspielen zur Balance, zahlreichen Experimenten zur Wahrnehmung, testen der Geruchssinne und das Tasten durch einen absolut dunkle Räume, mit Höhen und Tiefen, eingelassenen Gegenständen in den Wänden und der Aktivierung des eigenen „Peilsenders“ und starken Nerven. „Ich hab gar nichts gesehen und das war komisch…!“ berichtete eines der Mädchen. „Wir haben uns im Dunklen voll verlaufen!“ ein anderes.

Mit einer Weltraumfahrt stieg man in den Bereich des Kosmos ein. Der Spielplatz der Kräfte, die Welt des Kleinsten, das Licht der Sonne, die Weiten des Weltalls und der Anfang von Allem bestimmen hier die Themenbereiche.

In der SchauBox des UNIVERSUM befindet sich zurzeit die Sonderausstellung „Kopfüber Herzwärts“ in der sich die Mädchen auf eine Entdeckungsreise zum eigenen ICH machten. In 13 Erlebnisräumen und 80 interaktiven Mitmachstationen konnte sich ausprobiert werden und Erklärungen zu Fragen wie „Was passiert eigentlich mit meinem Essen, wenn ich es runterschlucke?“ oder „Wo genau denke ich in meinem Kopf?“ gefunden werden.

Viel frische Luft schnupperte die Mobilitätsgruppe im Entdeckerpark des Universums. An 25 Stationen konnte die Welt des Wassers entdeckt werden, ein Steinhügel erkundet, der Turm der Lüfte mit einer Höhe von 27m erstiegen und eine Kletterwand nicht ganz erklommen werden. Ein absolutes Highlight war der Mondspringer, bei dem man Sprung für Sprung mit einem Gegengewicht in Bewegung und vor allem in die Höhe gebracht wurde.

„Das war super und hat viel Spaß gemacht!“ waren sich die Mädchen und die Erwachsenen einig. Ein Tag voller Bewegung, sowohl körperlich als auch geistig, mit einer Fahrt nach Bremen, dem Straßenbahnnetz einer völlig fremden Stadt und zahlreichen neuen Entdeckungen endete für alle gegen 21Uhr mit der Ankunft in Hamm. Man könnte meinen, dass die Mädchen auf der Rückfahrt bereits müde in ihre Sitze gesunken wären, aber vielmehr beschäftigten sie die Ereignisse des Tages und so fanden während der Rückfahrt noch viele Gespräche statt.

Mobilitätsförderung in Hamburg

Mobilitätsförderung in Hamburg war ein voller Erfolg!

Die Projektgruppe „Ich will mich bewegen und wissen, wie das geht!“ erkundete vier Tage lang die Hansestadt

 Das Mobilitätstraining der Projektgruppe „Ich will mich bewegen und wissen wie das geht!“, gefördert durch Modellmittel des Bundesministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport und der Stadt Hamm, startete mit Beginn der Osterferien sonntags morgens in aller Frühe bereits um 8Uhr und die Gruppe machte sich gemeinsam auf den Weg nach Hamburg.

Sieben der zehn Projektmädchen, zwei Mütter und eine ältere Schwester, die für die Projektbegleitung hinzugewonnen werden konnten, plus einer Honorarkraft und der Projektleiterin, Sylvia Scheper, Diplom Sozialpädagogin des Stadtteilbüros Hamm Norden, freuten sich auf die nun spannenden fünf Tage, die vor ihnen lagen. Anders als bei den letzten Fahrten waren die Zugfahrkarten und Platzreservierungen bereits im Vorfeld gebucht worden, doch bereits in Münster waren alle damit herausgefordert, einen Umstieg samt Gepäck ziemlich zügig zu schaffen, um den Anschlusszug nach Hamburg zu erreichen.

Ohne Verluste und relativ entspannt konnte die Fahrt weitergehen und gegen Mittag erreichten alle das lang ersehnte Ziel! Bereits bei der Einfahrt in den Bahnhof klebten lauter neugierige Augen und Nasen an den Fenstern und kommentierten mit etlichen „ohs“ und „ahs“, „guck mal da vorne“, „Hast du das Schiff da gesehen?“, „Hammer!“ und „Cool“ die ersten Eindrücke der Stadt.

Jetzt hieß es sich durch den Großstadt Dschungel zu kämpfen, den richtigen Weg zur U- oder S- Bahn einzuschlagen und die richtigen Fahrtickets zu erwerben. Ausgiebig wurden die Schilder im Bahnhof studiert, Fahrpläne erkundet und der Versuch gestartet, das doch etwas andere Fahrticketsystem der Stadt zu verstehen. Für eine mittlerweile eingeschweißte und bereits fachkundige Gruppe eine neue Hürde, die auch an dieser Stelle gemeistert werden konnte. Voller Stolz erreichte die Gruppe die S-Bahn Haltestelle „Landungsbrücken“, und machte sich auf den Weg in die Jugendherberge „Am Stintfang“. Zahlreiche steile Stufen lagen vor allen und wollten erklommen werden, was mit all dem Gepäck die nächste größere Herausforderung darstellte. Mit einer Pause und den genussvollen Blicken über die Landungsbrücken der Stadt schafften es alle, samt Gepäck heil in die Jugendherberge einzukehren. Zügig konnten die Zimmer bezogen werden, nachdem sich alle mit dem Kartensystem der Herberge vertraut gemacht hatten, denn nur dadurch öffneten sich Verbindungs- und Zimmertüren, sich kurz frisch machen, um sich das erste und wohl einzigartige Highlight dieser Fahrt zu gönnen, den Besuch des Musicals „König der Löwen“, umweit der Herberge und witzigerweise mit dem Schiff zu erreichen! Aufgeregt und voller Spannung genossen alle die Vorstellung, ein Ereignis, dass sowohl Augen, als auch Ohren erfreute und für manche Gänsehaut sorgte. Alle waren von der Darbietung und den ersten Eindrücken der Reise gefesselt und hatten innerhalb weniger Stunden schon so vieles erlebt und sich ausgiebigst bewegt.

Und auch die nächsten Tage brachten Bewegung, neue Erfahrungen, das weitere Kennen lernen der Stadt und damit verbunden viele Bewunderungen und neue Entdeckungen mit sich.

Der Montag wurde zur Erkundung der Innerstadt genutzt, bei der sich zunächst alle etwa sieben Stunden zu Fuß von der Jugendherberge bis zum Hauptbahnhof bewegten, Kirchen und die Binnenalster, eine Ausstellung der Kostüme des König der Löwen im Europahaus, zahlreiche tolle Gebäude, wie z.B. das Hambuger Rathaus und das pulsierende Leben der Großstadt bewundern und genießen konnten.

Voller Freude entdeckte die Gruppe an bestimmten Ampeln eine Sekundenanzeige für die Fußgänger, die anzeigte, wie lang es bis zur nächsten Grünphase dauert. Und auch das Wetter spielte mit, denn schon am Vortag hatten sich die Temperaturen und die Sonne auf die Seite der Reisenden geschlagen und unterstrich damit diese besondere Fahrt. Vom Bahnhof ging es per S-Bahn zu den Landungsbrücken, um sich auf eine Hafenrundfahrt zu begeben. In einer Barkasse ging es durch die gesamte Speicherstadt und dem Hafengebiet rund um die Landungsbrücken. Durch den zu der Zeit herrschenden Elbhochstand ging es ziemlich knapp unter den Brücken der Speicherstadt her. Insgesamt eine wahnsinnig aufregende Erfahrung, bei der alle an Bord und ohne Übelkeit blieben.

Am Dienstag besuchte die Gruppe den Isemarkt, der, einen Kilometer lang, als eine Flaniermeile, eingerahmt von Jugendstilvillen, unter der Hochbahntrasse stattfindet. Am Nachmittag erkundeten sie die Stadt bei einer Stadtrundfahrt in einem der großen roten Doppeldeckerbusse. Der Mittwoch wurde genutzt um den wunderschönen und aufregenden Hagenbecker Tierpark und das dazugehörige Tropenhaus zu besuchen und erfreute alle mit seiner vielfältigen Darbietung und seinen liebevollen Details.

Und schon am Donnerstag musste sich die gesamte Gruppe auf den Weg nach Hause machen…

Was Hamburg mit sich brachte waren und sind zahlreiche in Erinnerung bleibende Eindrücke und Erlebnisse, einige Schiffsfahrten, die Erkundung der Stadt mit ihrem U-, S- und Hochbahnsystem, Busfahrten und der wunderschöne Ausblick von der Jugendherberge über die Landungsbrücken in den Hafen. In einem Reisetagebuch, das während der gesamten Fahrt von allen geführt wurde, in einer Videodokumentation und in zahlreichen Fotos kann das Mobilitätstraining in der Hansestadt in den Erinnerungen wach gehalten werden und selbst die kleinen Details bleiben so erhalten.

Bildgalerie: "ich will mich bewegen"