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Bewegungskompass für Kinder und Jugendliche

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im Hammer Norden und in Bockum- Hövel

Ein Projekt mit Kindern und Jugendlichen des Jugendzentrums Schultenstraße

Ausgangslage und Veränderungsbedarf:

Der Ausgangspunkt für die Idee eines „Bewegungskompasses“ war die Beobachtung, dass Kinder und Jugendliche auf der Suche nach Sportangeboten sind, es aber keinen Gesamtüberblick darüber im Stadtteil gibt. Andererseits beobachteten wir bei unseren Besuchern und Besucherinnen eine Hemmschwelle, die sie daran hindert etwas Neues auszuprobieren, oder die Schwelle eines Vereins zu überschreiten, da dieser Schritt mit großen Unsicherheiten verbunden ist, die oft nicht überwunden werden können.

Andere Kinder und Jugendliche wiederum bewegen sich gar nicht oder wenig und es sind schon jetzt gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie Übergewicht, schlechte Haltung, Rücken und Gelenkprobleme zu erkennen.

Veränderungsbedarf und Praxisziel:

Das Projekt startete Ende des Jahres 2010 und wurde im Mai 2012 abgeschlossen.

Bis zu diesem Zeitpunkt sollte eine Übersicht der Sport- und Bewegungsangebote im Hammer Norden und in Bockum- Hövel zusammengestellt und auf der Internetseite des Hammer Nordens www.bewegungskompass.hammer-norden.de veröffentlicht werden. Diese Übersicht sollte dann als bereichernde Informationsquelle für alle interessierten Kinder, Jugendliche und Eltern dienen. Es war geplant, die Inhalte der Seite über den Projektzeitraum hinaus von Ehrenamtlern des Jugendzentrums aktualisieren zu lassen.

Darüber hinaus sollte das Projekt Bewegungskompass für die beteiligten Jugendlichen die Möglichkeit schaffen, den Spaß an der Bewegung wiederzuentdecken und/oder etwas für sie Neues, Interessantes auszuprobieren. Eine Methode war hierbei das Aufsuchen von Sportstandorten und Testen von Sportarten.

Das Projekt wurde durchgeführt von einer pädagogischen Fachkraft und einer Computerfachkraft.

Beteiligungsformen (Kinder, Jugendlicher):

Die am Projekt beteiligten Jugendlichen steuerten Informationen über Vereine, Sport und Bolzplätze bei. Manche taten das während der anberaumten Treffen, andere füllten einen von der Projektleiterin entworfenen Fragebogen aus. Die Besucher/innen wählten für sie interessante Sportangebote aus. Der Weg zu den Sportstätten wurde von den Teilnehmern der Bewegungsangebote recherchiert und wenn möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufgesucht.

Ergebnisse:

Am Anfang des Projektes wurden alle Besucher/innen des Jugendzentrums durch eine Vollversammlung über die Inhalte des Projektes informiert. Es fanden sich einige Jugendliche die Lust hatten sich zusammenzusetzen und an mehreren Terminen Informationen über den Stadtteil zusammenzutragen. Insgesamt waren an dieser ersten Phase 8 Jugendliche beteiligt. Es gelang, viele Vereine, Institutionen und “Bolzplätze“ aufzulisten. Zusätzlich wurden die Besucher des Jugendzentrums per Fragebogen (siehe Anhang) befragt und auf diesem Wege noch zusätzliche Sportangebote im Stadtteil in Erfahrung gebracht. Daran waren weitere 20 Kinder und Jugendliche beteiligt. Insgesamt stellte sich in der ersten Phase des Projektes heraus, dass die Besucherinnen und Besucher schon einiges über Ihren Stadtteil wissen und dass die wichtigsten Vereine fast bei Allen bekannt sind. Weiterhin wurde deutlich, dass die männlichen Besucher mehr Sport treiben als die weiblichen Besucherinnen. Fußball steht dabei absolut an erster Stelle. Durch die Gespräche und Auseinandersetzungen über das Thema „Bewegung“ wurden alle Beteiligten angeregt sich über ihre Sportlichkeit Gedanken zu machen und durch diesen Fokus auf das Thema steigerte sich die Lust an der Bewegung. Die Bewegungsangebote des Jugendzentrums hatten noch mehr Teilnehmer/innen als zuvor.

Es stellte sich weiterhin heraus, dass die Besucher und Besucherinnen des Jugendzentrums zwar Lust hatten Informationen zu sammeln und weiterzugeben, aber kein Interesse daran hatten diese Informationen aufzuarbeiten und internetfertig zu machen. Das Jugendzentrum ist für sie ein Ort, an dem sie sich treffen und vieles tun wollen, sogar ehrenamtlich tätig werden, an dem sie aber nicht in einer festen Gruppe „trockene“ Materie erarbeiten wollen. Diesen Teilbereich des Projektes übernahmen daraufhin die Projektmitarbeiter in Eigenregie.

In der zweiten Phase des Projektes wurde gesammelt, welche sportlichen Aktivitäten einzelne Besucher und Besucherinnen gerne immer schon mal ausprobieren wollten. Einige Vereine gaben die Rückmeldung, dass es ohne weiteres möglich sei, auch mehrere Male zu einem Probetraining vorbeizukommen. Die Mitarbeiter des Projektes recherchierten im Internet, was es überhaupt für außergewöhnliche Sportarten in der näheren Umgebung gibt. Die Kinder und Jugendlichen nannten Ihre Favoriten und es entstand eine vorläufige Liste von begehrten und ungewöhnlichen Sportarten. Dazu gehören Handball, Klettern, Kickboxen, Fechten und auch Unterwasserrugby. Die letztgenannte Sportart kann man allerdings nicht einfach ausprobieren. Sie bedarf schon einiges an Konditions- und Unterwassertraining im Vorfeld.

An den sportlichen Aktivitäten nahmen insgesamt 12 Kinder und Jugendliche teil. Die Teilnehme/innen machten ihre Erfahrungen mit den jeweiligen Sportarten, über die sie sich im Anschluss austauschten. Hier einige Aussagen der Jugendlichen: „Beim Handball gefällt mir, dass man geschickt sein muss… Das Konditionstraining beim Fechten ist ganz schön hart… Man braucht beim Kanadier fahren einen guten Teamgeist, weil es sehr eng im Boot ist… Übers Klettern: Am meisten Spaß macht es, wenn man richtig hoch ist… Ich hab an nichts Anderes als ans Klettern gedacht…

Es gab den Wunsch bei den Jugendlichen, einige der Aktivitäten zu wiederholen. Wiederholt wurde das Klettern und das Kanadier fahren. Diese beiden sportlichen Aktivitäten machten den Teilnehmer/innen besonders viel Spaß, weil sie mit einem Ausflug, dem Erleben in einer Gruppe verbunden waren und einen besonderen „Abenteuercharakter“ hatten.

In der dritten Phase des Projektes wurde die entstandene Internetseite in der Presse beworben und die veröffentlichten Vereine gebeten, eventuell veraltete Informationen zu aktualisieren oder Angebote zu ergänzen. Die Vereine bzw. Veranstalter wurden darüber hinaus per Mail angeschrieben mit der Bitte um Resonanz.

In der letzten Phase des Projektes wurden ein Plakat und Visitenkarten für den „Bewegungskompass“ gedruckt. Diese Informationen wurden in den Stadtteilen verteilt und werden während einer Präsentation des „Bewegungskompasses“ auf dem Stadtteilfest Hammer Norden ausgelegt. So wurde die Internetseite noch stärker publik gemacht. Im Jugendzentrum Schultenstraße wurde auf einem Computer im Jugendcafe die Internetseite des Bewegungskompasses für mehrere Nachmittage aufgerufen. Die Besucher/innen hatten die Möglichkeit zu recherchieren und sich über Sportangebote zu informieren und auszutauschen.

Was die Sport- und Bewegungsangebote im Untersuchungsgebiet angeht fiel im Gespräch mit Kindern und Jugendlichen des Jugendzentrums Folgendes auf: Es gibt sehr viele Angebote im Bereich Fußball von unterschiedlichen Anbietern. Andere Ballsportarten sind nicht so gut vertreten. Handball z.B. gibt es für Mädchen gar nicht. Karate und Klettern fehlt als Angebot im Untersuchungsgebiet.

Zusammenfassung der Ergebnisse:

Gut umgesetzt worden konnte im Projekt Bewegungskompass das Zusammentragen von Informationen über Sport und Bewegungsmöglichkeiten in den Stadtteilen zusammen mit Kindern und Jugendlichen. Das Aufsuchen von Vereinen und Ausprobieren von Sportarten verlief ebenfalls sehr positiv. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nutzten die Möglichkeit ihre Bewegungsmuster zu erweitern und Hemmschwellen zu überwinden. Der Weg zu den Sportstätten wurde von den Teilnehmern/innen der Bewegungsangebote recherchiert und dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufgesucht. Das stärkt das Selbstvertrauen und die Mobilität der Kinder und Jugendlichen. Zusätzlicher positiver Nebeneffekt des Projektes ist ein zunehmendes Interesse am Thema „Sport und Bewegung“ bei den Besuchern und Besucherinnen des Jugendzentrums.

Viel zeitaufwendiger als vorher gedacht war es, Informationen von Vereinen über ihre Angebote zu bekommen. Nur ein kleiner Teil der recherchierten Anbieter von Sportangeboten reagierten auf e - Mails, die Internetseiten sind oft nicht aktuell und schlecht strukturiert. Telefonisch sind die Ansprechpartner sehr schlecht zu erreichen.

Nicht umgesetzt werden konnte die Verarbeitung der recherchierten Ergebnisse mit Kindern und Jugendlichen für die Internetpräsens. Die Besucher/innen wollen im Jugendzentrum nicht „arbeiten“, sondern suchen Freizeit und Entspannung.

Aufgrund der beiden letztgenannten Punkte hat es nicht funktioniert, Besucherinnen oder Besucher des Jugendzentrums zu finden, die die Internetseite ehrenamtlich betreuen.

Unterstützungen von außen:

Das Projekt Bewegungskompass ist entstanden im Rahmen des Programms „Brücken bauen/ Plan B-Mobilität“, einem Leitprojekt der Stadt Hamm zur besseren Förderung von Kindern und Jugendlichen. Fördergeber ist das Bundesministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport und die Stadt Hamm.

Die Ergebnisse der Auswertung der Maßnahme wurden zusätzlich in folgender Form veröffentlicht (z.B. Projektdokumentation, Zeitungsartikel etc.)

Es sind zwei Zeitungsartikel mit Bild erschienen. Es gibt einen Zwischenbericht, der auf der Seite des Hammer- Nordens veröffentlicht wurde. Ein Artikel wurde im Bürgerreport veröffentlicht. Das Projekt wurde im jährlichen Qualitätsbericht des Jugendzentrums evaluiert.

Auszug aus dem Bürgerreport der Stadt hamm

als pdf

Berichterstattung Westf. Anzeiger

Pressemeldung zum Projekt vom 28.03.2012 als pdf-Dokument
Pressemeldung zum Projekt vom 08.10.2011 als pdf-Dokument

Bewegungskompass Bildgalerie