Jugendliche geraten aus dem Blick

Junge Menschen im öffentlichen Raum – was geht, wenn Cliquen nicht ausschließlich jugendlich sind? „Heraus-Fo(e)rderungen“
Jugendarbeit hat auch mit dem hohen Stand an Ausbildungsplatzmangel und Arbeits- sowie Perspektivlosigkeit zu tun. So konnten zwar in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Schulen und Berufshilfeträgern entsprechende Angebote entwickelt und ausgebaut werden, eine grundsätzliche Verbesserung der beruflichen und persönlichen Situation hat sich aber nicht für alle Jugendlichen ergeben. Vielmehr ist es immer noch so, das gerade am Wochenende viele Jugendliche / junge Heranwachsende auf „der Straße rumhängen“ (mit allen seinen bekannten Störungen und Belästigungen). Der Kontaktaufbau zu den Jugendlichen und jungen Heranwachsenden an den verschiedenen Orten gestaltet sich schwierig. Eine Ausgrenzung oder Vertreibung ist unsinnig, da die Gruppe sich dann an anderen Orten trifft. Es ist zu unterstellen, das diese Gruppen sich aus überwiegend ausgegrenzten/sich ausgrenzenden Personen zusammensetzen.
In Vorbereitung auf die Umsetzung des Modellvorhabens soll im Rahmen einer Fachtagung aller Beteiligten, die mit der Zielgruppe arbeiten, ein Workshop veranstaltet werden.
Ziel ist es, die Zielgruppen näher „kennen zu lernen“, unterschiedliche Arbeitsansätze und Haltungen auszutauschen und für das Modellprojekt eine gemeinsame Verantwortung zu entwickeln.
Zielgruppe
- junge Heranwachsende und Jugendliche im öffentlichen Raum ohne Anbindung an bestehende Einrichtungen, mit teilweise erheblichem Suchtpotential (illegale Drogen, Alkohol) und teilweise hohem Aggressionspotential (Zerstörung, Bedrohung…)
weitere Zielgruppen für Projektarbeit:
- Teilnehmende aus VHS Kursen
- Jugendliche ohne berufliche Perspektiven
- Junge Künstler aus dem Wohngebiet
- Jugendliche, die das Stadtteilzentrum als „Wohnzimmer“ nutzen
Ziele
- Kontaktaufbau
- Situationsanalyse mit dem Klientel (“Was wollen wir eigentlich?“)
- Verhinderung einer so genannten Sogwirkung auf „Andere/Jüngere“ im Sinne von Prävention
- Entgegenwirken Sachbeschädigung/Ruhestörung
Methoden
- der aufsuchenden Sozialarbeit (auch in Kooperation mit Polizei und Ordnungsamt)
- gemeinsame Situationsanalyse
- Projektentwicklung mit den beteiligten Partnern (Jugendarbeit, Stadtteilbüro, Polizei, Nachbarn …)
Projektumsetzung
Die Jugendlichen sollen an der Gestaltung öffentlicher Räume beteiligt werden. Als Gestaltungsraum bietet sich hier zunächst das Stadtteilzentrum an.
Sowohl die Treppenhäuser und Flure, die Außenflächen (Rasen, ehemaliger Schulhof) als auch die Fassaden könnten mit Kunstobjekten gestaltet werden. Dies würde die Aufenthaltsqualität verbessern, aber auch die die Verantwortungsbereitschaft fördern.
Die Kunstprojekte könnten intergenerativ gestaltet werden, u.a. Jung lernt von Alt und umgekehrt. Dabei könnten alte und neue Handwerkstechniken vermittelt werden.
Die Erfahrungen zeigen, dass in einem Rahmen selbst bestimmter Aktivitäten je nach Projektansatz folgende Parameter gefördert werden könnten:
- Sprachliche Kompetenzen
- Kommunikation
- Kreativität
- Handwerkliche, gestalterische Kompetenzen
- Selbstdarstellung
Gestaltungsideen
- Kunstobjekte aus Altmetallen (vorbereitet in der Stadtteilwerkstatt)
- Kunstobjekte aus Holz(vorbereitet in der Stadtteilwerkstatt)
- jeweils mit praktischem Nutzen (z.B. als Sitzgelegenheit)
- Malerei mit verschiedenen Techniken
- Gartengestaltungen und Bepflanzungen
Vernetzung / Kooperationspartner
Die zentralen Schnittstellen sind zunächst der Arbeitskreis Hamm-Norden in Verbindung mit dem Präventivkreis Hamm-Norden als zentraler Steuerungsebene. Die Vernetzungsstrukturen werden über das Stadtteilmanagement der Stadt Hamm und das Stadtteilbüro Hamm-Norden sichergestellt.
Zusätzlich gibt es :
- Steuerungsgremien Jugendarbeit Hamm-Norden e.V. / Stadtteilbüro Hamm-Norden
- Kultur Arbeitsgemeinschaft Hamm-Norden
- Redaktion Stadtteilzeitung Nordwind
Kooperationspartner:
- Schulen (VHS, Hauptschule , Gymnasium)
- Träger der Jugendhilfe und Jugendberufshilfe
- Übergangsmanagement des kommunalen Jobcenters und Arbeitsagentur
- Betriebe und Gewerbetreibende im Stadtteil
- Stadt Hamm – Jugendamt
- Arbeitsbereich „Jugendkultur“ im Jugendamt
- Stadt Hamm – Stadtplanungsamt
- Stadt Hamm – Amt für soziale Integration
- freischaffende Künstler
Über die Projektarbeit sollen weitere Partner gewonnen werden, um ihnen einen „Anker“ in der Stadtteilarbeit zu bieten. Vorstellbar wären in diesem Zusammenhang beispielsweise die Jugendkunstschule, Suchtberatungsstellen und Präventionsfachstellen
Die Trägerschaft für das Projekt hat das Stadtteilbüro Hammer Norden übernommen; die Durchführung wird in enger Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit Hammer Norden e.V. erfolgen.
Nachhaltigkeit
Es geht in erster Linie um die Verbesserung fachlicher Kompetenz, die Entwicklung und Erprobung von Know-how und die Verbesserung der Arbeitsstrukturen. Es ist davon auszugehen, dass diese Projektmodule nachhaltig sind, wenn sie sich als wirksam und hilfreich erweisen. Auch nach der Förderung sind Projektmittel für einzelne Module, Aktivitäten und Maßnahmen notwendig. Die Erfahrungen zeigen, dass diese Gelder auch bereitgestellt werden – sei es zusätzlich, sei es durch sinnvolle Umschichtungen – wenn die Projekte zielfördernd verlaufen.
Nachhaltig wird das Projekt auch in dem Sinne sein, dass das erarbeitete Know-how für andere Stadtteile, andere Kommunen und weitere Träger nutzbar wird. Dies geschieht durch die vorgesehenen Fachtagungen, Dokumentationen und die Bereitstellung der Daten auf der Web-Plattform
geplanter Durchführungszeitraum
Projektbeginn: 01.10.2009
Projektende: 31.12.2013
Über den Projektverlauf und die Ergebnisse werden wir Sie hier laufend informieren.
