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„Huckleberry Finn und Pippi Langstrumpf - Jedes Kind im Blick“ - Verbesserung der Früherkennung und zielgerichteter Förderung von Kindern mit Risiken in der Entwicklung

Ausgangslage

Die Bildungssituation im Hammer Norden konnte mit Unterstützung früherer Förderabschnitte des Modellvorhabens „Soziale Stadt“ verbessert werden. Im Vordergrund standen der systematische Blick auf alle Entwicklungsabschnitte und die Übergänge, eine verstärkte individuelle Förderung und ein breites, auf vernetzten Lernorten beruhendes Bildungsverständnis.

Mit dem Projekt „Huckleberry Finn und Pippi Langstrumpf“ wird ein Bereich verbessert, der bisher nicht im Blick war.

Die Störungsbilder, um die es in diesem Projekt geht, sind:

  • Störungen beim korrekten Erwerb des Lesens, der Rechtschreibung und des Rechnens (Lese- und Rechtschreibstörung und Dyskalkulie)
  • Aufmerksamkeitsdefizits- und (Hyperaktivitäts)-Syndrom AD(H)S
  • Störungen im Sozialverhalten (sowohl bei Kindern mit einer Tendenz zu aggressivem Verhalten als auch bei Kindern, die regelmäßig zu Opfern von Übergriffen werden).

Nach Wahrnehmung aller beteiligten Fachkräfte nehmen diese Störungen, auch in Kombination mit anderen Auffälligkeiten, aufgrund unterschiedlichster familiärer und gesellschaftlicher Veränderungen zu.
Für die genannten Störungsbilder gilt, dass eine spezifische Diagnostik die Voraussetzung für eine gezielte Förderung ist. Für die zielgerichtete Förderung werden Fachkräfte benötigt, die in der Regel nicht vorhanden sind. Dies liegt zum einen an fehlenden zeitlichen Ressourcen und zum anderen an fehlenden fachlichen Kompetenzen. Die für die Diagnostik je nach Störungsbild zuständigen Fachinstitutionen (z.B. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Kinderärzte, Erziehungsberatungsstellen oder Schulberatungsstellen) sind selbst bei bestem Bemühen um eine dezentrale und vernetzte Ausrichtung der Arbeit nicht ausreichend in der Lage, in der notwendigen Intensität und Kurzfristigkeit vor Ort zu arbeiten.
Als Voraussetzung für eine verbesserte individuelle Förderung bei der jedes Kind in den Blick genommen wird, muss gewährleistet werden, dass sich pädagogische Institutionen im Stadtteil vernetzen. Hierzu braucht es pädagogische Fachkräfte, die über Kenntnisse dieser Störungsbilder, deren fachgerechte Diagnosen und Fördermaßnahmen verfügen und ihr Wissen darüber vermitteln können.
Ebenso gilt für die genannten Störungsbilder, dass Eltern bei der Verstärkung oder Verminderung der Probleme und/oder damit verbundener Folgeprobleme (Lernschwierigkeiten, Selbstunsicherheit und Ängste usw.) eine wichtige Rolle spielen. Verständnis ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Förderung und den Abbau von Problemen. Hierzu gibt es bisher zu wenig Instrumente und auch Ressourcen, um die Eltern zu unterstützen und für einen geeigneten Umgang mit den Problemen zu sorgen. Nicht zuletzt können eine ignorierende und/oder abwehrende Haltung und ein ängstlicher Umgang pädagogischer Fachkräfte mit diesen Störungen ungünstige Entwicklungen verstärken. Dies beruht oft auf Unsicherheit und mangelnden Kenntnissen. Auch hier soll das Projekt ansetzen

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Förderbeispiele in Schulen

Das Projekt

Idee

Zwei pädagogische Fachkräfte (Dipl. Heilpädagogin und Dipl. Pädagogin) arbeiten mit den zuständigen Institutionen, wie zum Beispiel Beratungsstellen, Schulen, Familienzentrum, Stadtteilbüro zusammen. Zusätzlich stehen dem Projekt bei Bedarf eine Dipl. Psychologin und eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin zur Verfügung. Zum Aufgabenbereich gehören:

  • die Unterstützung und Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte bei der Früherkennung und Einleitung einer qualifizierten Diagnostik von Kindern und Jugendlichen mit den genannten Störungsbildern
  • Initiierung, Begleitung und Durchführung von qualifizierten Fördermaßnahmen
  • die Verbesserung der Vernetzung mit den Diagnostik-, Beratungs- und Therapieinstitutionen
  • Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen zur Einbeziehung, Unterstützung und Qualifizierung der Eltern der betroffenen Kinder und Jugendlichen

Die Planung und Evaluation des Projektes wird im Rahmen des Stadtteilcontrollings durchgeführt.

Geplanter Durchführungszeitraum:
Projektbeginn: 01.10.2009
Projektende:    31.12.2013

Ziele

Ziel des Projektes ist, die Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte in den beteiligten Einrichtungen in der Früherkennung und Förderung bzgl. der genannten Störungsbilder, zu erweitern. Hierzu sollen geeignete Fortbildungen durchgeführt werden, ggf. in Kooperation mit spezialisierten Fachkräften.
Die Fachkräfte sollen in der praktischen Zusammenarbeit unterstützt und beraten werden. Sie sollen die Gelegenheit erhalten, ihre Einstellungen zu den von den genannten Störungsbildern betroffenen Kindern zu reflektieren und ihre wertschätzende und ressourcenorientierte Haltung weiterzuentwickeln. Mit dem Ziel der Sensibilisierung zur Früherkennung sollen gemeinsame Maßnahmen durch die Projektfachkräfte und die Fachkräfte im Stadtteil durchgeführt werden:

  • Befähigung der Eltern, in Kooperation mit den pädagogischen Einrichtungen, ihre Kinder im familiären Umfeld in geeigneter Weise zu unterstützen.
  • Entwicklung neuer Maßnahmen der Elternbildung und Elternberatung (z. B. spezifische Elterngruppenarbeit)
  • Alle Angebote folgen dem Prinzip der individuellen Förderung: das jeweilige Kind als auch die jeweilige Familie werden mit ihrer spezifischen Situation im Blick behalten
  • Verbesserung der Vernetzung der beteiligten Institutionen
  • Verbesserung des Bewusstseins bei politischen Entscheidungsträgern für die genannten Störungsbilder mit den negativen Folgen für eine erfolgreiche Bildung, so dass ggf. notwendige Ressourcen auf Dauer bereitgestellt werden
  • Gesamtziel: Nach Ablauf des Projektes sollen die beteiligten Akteure unabhängig von dem Projekt die Arbeit in der notwendigen Qualität leisten können und/oder die Strukturen der Kooperation v.a. mit den fachspezifischen Akteuren (z.B. durch eine bessere Ausstattung mit Ressourcen) werden so verbessert, dass zukünftig alle Kinder und Jugendlichen im Stadtteil mit den betroffenen Störungsbildern eine möglichst optimale Förderung erhalten und erfolgreich ihren Bildungsprozess gestalten können.

Nachhaltigkeit

Es geht in erster Linie um die Verbesserung fachlicher Kompetenz, die Entwicklung und Erprobung von Know-how und die Verbesserung der Arbeitsstrukturen unterschiedlichster Träger, Ämter und Institutionen. Es ist davon auszugehen, dass diese Projektmodule nachhaltig sind, wenn sie sich als wirksam und hilfreich erweisen.

Nachhaltig wird das Projekt dadurch sein, dass das erarbeitete Know-how auch für andere Stadtteile, andere Kommunen und weitere Träger nutzbar wird. Dies geschieht durch die vorgesehenen Fachtagungen, Dokumentationen und die Bereitstellung der Daten auf der Web-Plattform.

Vernetzung

In dem Projekt sollen stadtteilbezogene Netzwerke mit fachspezifischen Netzwerken verknüpft werden. Auf der Ebene des Stadtteils sind dies: Der Arbeitskreis Hamm-Norden in Verbindung mit dem Präventivkreis Hamm-Norden als zentrale Steuerungsebene. Die Vernetzungsstrukturen werden über das Stadtteilmanagement der Stadt Hamm und das Stadtteilbüro Hamm-Norden sichergestellt.

Zusätzlich gibt es im Stadtteil:

  • Steuerungsrunde Ludgerischule
  • Koordination Familienzentrum
  • Kinderhilfenetzwerk Hamm-Norden

Weitere Kooperationspartner

  • Ludgerischule (Offene Ganztagsschule)
  • Johannesschule (Offene Ganztagsschule)
  • Karlschule
  • Träger der Offenen Ganztage
  • Hort St. Ludgeri
  • Familienzentrum Hamm-Norden (Alle Kindertageseinrichtungen)
  • Spiel- und Lernhilfe im Stadtteilbüro Hamm-Norden

Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritasverbandes für die Stadt Hamm übernimmt die Trägerschaft des Projektes.