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Das „sozial- und bewohnerorientierte Stadtteilentwicklungsprojekt Hamm Norden"

Das Stadtteilentwicklungsprojekt im Hamm-Norden blickt mittlerweile auf eine fast zwanzigjährige Geschichte zurück. Aufgrund grassierender Jugendgewalt zu Beginn der neunziger Jahre schlossen sich unter der Leitung des Rektors der Karlschule (siehe Fachartikel Peter Bunke: "Gefallen im Image des Negativen" 1993 Bd.26, RAA), Erzieherinnen, Pädagogen, Pfarrerinnen und Mitarbeiter aus der Jugend- und Sozialverwaltung zusammen und gründeten den „Präventivkreis Hamm – Norden“, dessen Aktivitäten zum „sozial- und bewohnerorientierten Stadtteilentwicklungsprojekt“ führten. Ursachen für die Probleme waren städtebauliche Fehlentwicklungen und die Konzentration von Bewohnern mit vielfältigen Problemen in einigen Quartieren des Hammer Nordens. Durch die politische Vernachlässigung aufgrund der Zugehörigkeit des Hammer Nordens zu zwei verschiedenen Stadtbezirken fand eine politische Gegensteuerung nicht rechtzeitig statt. So hatten sich in den achtziger Jahren Teilbereiche des Hammer Nordens zu sozialen Brennpunkten entwickelt.
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Hauptakteure
Die ausführende Arbeit übernahm nach 1993 mehr und mehr der „Arbeitskreis Hamm-Norden“, in dem sich seitdem alle Akteure der Verwaltung und der freien Träger treffen und an der Weiterentwicklung des Projektes arbeiten. Diese sozialraumbezogene Vernetzungsstruktur hat mittlerweile Vorbildcharakter für viele andere Stadteile in der Bundesrepublik bekommen. Der Präventivkreis begleitet diese Arbeit anregend, kritisch und kontrollierend.

Leitziel
1998 formulierte der Präventivkreis das Leitbild der Arbeit neu: Die „Verbesserung der Lebensqualität“ für die im Stadtteil lebenden Menschen soll durch die Befriedigung der existentiellen Bedürfnisse (u.a. Arbeit, Wohnen, Sicherheit), ihre gesellschaftliche Beteiligung sowie durch die Lösung aktueller Konflikte erreicht werden. Eine intensive Zielüberprüfung 2000 und 2006 ergab , dass Handlungsbedarf vor allem in den Dimensionen „Arbeiten“, „Wohnen“, „Beteiligung“, "Bildung" und „soziale und kulturelle Integration“ besteht.

Neue Angebote und Hilfen
Heute hat sich eine differenzierte Angebotsstruktur für die Bürgerinnen und Bürger entwickelt, mit der die strukturbedingten Defizite zumindest teilweise ausgeglichen werden. Mit Ansprechpartnern vor Ort des Amtes für soziale Integration und der Familienhilfe des Jugendamtes sind wichtige Verwaltungseinheiten näher an die Bewohner im Stadtteil herangerückt. Neue Angebote wie die mobile Jugendarbeit, ein Drogenpräventionsangebot in einem Baucontainer oder die intensive Betreuung von Familien mit Wohnproblemen gehen auf aktuelle Bedürfnisse und Problemlagen ein. Mit der „Spiel- und Lernhilfe“ des Stadtteilbüros wird ein intensiver Schwerpunkt auf eine frühzeitige Förderung von Grundschulkindern auch unter präventiven Gesichtspunkten gelegt.

Eigenverantwortung, Selbsthilfe und politische Beteiligung
Der Grundsatz der Aktivierung zu Eigenverantwortung und Selbsthilfe und zur politischen Beteiligung hat einen hohen Stellenwert. Statt fürsorgerischer Entmündigung werden die Bewohner angeleitet, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen. So werden sie in Stadtteilkonferenzen informiert und bei der Wohnumfeldgestaltungen und anderen Bauprojekten einbezogen. Die von Mietern in der Schottschleife und im Schlagenkamp gegründete Mieterintitiative wird nach besten Kräften unterstützt. Mit dem Beteiligungs- und Aktivierungsansatz tun sich allerdings auch die Profis selbst manchmal schwer, da von ihnen ein neues Rollenverständnis und entsprechende Verhaltensweisen gefordert werden.

Integrierte Stadtteilarbeit
Integrierte Stadtteilentwicklung bedeutet, daß im Hammer Norden Sozial- und Bauverwaltung vorbildlich Hand in Hand zusammenarbeiten. Die „Stadtererneuerer“ haben erkannt, daß es nicht ausreicht, mit baulichen Maßnahmen Stadtverschönerung zu betreiben, und die Sozialpädagogen wissen mittlerweile zu schätzen, daß mit Wohnumfeldgestaltung, Spielraumentwicklung und Verbesserung der Verkehrssicherheit strukturelle Defizite der Lebensqualität beseitigt werden. In der Planung und Umsetzung von Bauprojekten arbeiten Stadtplaner mit den sozialen Projekten eng zusammen. Nicht zuletzt wird das Stadtteilprojekt mit Mitteln des Stadterneuerungsetats der Landesregierung  auch für soziale Projekte erheblich unterstützt.
Aber auch andere Verwaltungsbereiche sind heute in die Stadtteilarbeit integriert. Die Zusammenarbeit mit der Polizei, den Ordnungsbehörden, den Wohnfahrtsverbänden, den Schulen und zunehmend auch mit den Nordener Vereinen hat eine Selbstverständlichkeit gewonnen, mit der viele Aufgaben besser zu lösen sind.

Messbare Erfolge

In den letzten Jahren ließ sich der Erfolg der Arbeit in einem wichtigen Bereich belegen: In der Jugendhilfestatistik ist ein deutlicher Rückgang der Kinder- und Jugendkriminalität auf „Normalmaß“ zu verzeichnen. Auch wurde in Stadtteilkonferenzen und durch die Stadtteilfeste, bei denen Nordener Vereine, Institutionen und das Stadtteilprojekt mittlerweile eng zusammenarbeiten, durch die Reaktionen der Besucher deutlich, daß sich die Stimmung im Stadtteil zum Positiven gewandelt hat. Die Bewohnerinnen wehren sich mehr und mehr dagegen, daß ihr Stadtteil durch eine zu starke Fixierung auf die Problembereiche in einem überwiegend negativen Licht erscheint.
Die Nordener Akteure arbeiten zusammen mit dem Stadtteilprojekt im Hammer Westen daran, ein Controllingsystem für die Stadtteilarbeit weiterzuentwickeln, um eine bessere Selbststeuerung zu ermöglichen, die Arbeit für die politischen Entscheidungsgremien transparanter zu machen und die Erfolge der Arbeit differenzierter zu dokumentieren.

Aktuelle Schwerpunkte
Als Ziel für die nächsten Jahre hat sich der „Arbeitskreis Hamm-Norden“ gesetzt, die Anstrengungen zur Schaffung von Qualifizierungsmaßnahmen zu erhöhen. Denn viele Menschen stehen im gesellschaftlichen Abseits, weil sie arbeitslos sind. Drogen-, Gewalt- und andere psychosoziale Probleme nehmen hier ihren Ausgang. Es gibt erste Ansätze, doch ist es schwierig, gegen die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes zu arbeiten und auch im Hammer Norden Arbeitsplätze zu schaffen bzw. den Menschen Arbeitsverhältnisse zu vermitteln und vielen von ihnen notwendige Unterstützung und Begleitung zu geben. Weiterer Schwerpunkt wird die Verbesserung der Wohnsituation sein. Auch wenn im Wohnumfeldbereich manches verbessert wurde, so steht die Sanierung großer Wohnanlagen immer noch aus.


Kulturelle Schwerpunkte
Im Jahr 2004 gründeten einige interessierte Mitglieder des Präventivkreises Hamm-Norden und engagierte Menschen die Kulturarbeitsgemeinschaft. Ziel ist es, ein zusätzliches Angebot zu schaffen. In Abstimmung mit den Gremien im Hammer Norden ist das Stadtteilkulturkonzept entwickelt worden.

Kontaktadressen

Koordination des Stadtteilprojektes:

Claudia Hörnschemeyer
Stadtteilkoordinatorin
Sorauer Str. 14
59065 Hamm

Tel.: 02381/176740
Fax: 02381/17106740
Mail: hoernschemeyerc(at)stadt.hamm.de

Koordination des Stadtteilprojektes im Stadtplanungsamt:

Christine Chudasch
Tel.: 02381/174146
Mail: Chudasch(at)Stadt.Hamm.de

Stadtteilbüro Hamm-Norden:

Klaus Köller
Tel.: 02381/371860
Mail: 
k.koeller(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de

Weiterführende Links zur Stadtteilarbeit:

www.soziale-stadt.nrw.de
www.mbv.nrw.de
www.sozialestadt.de