Logo HAMM-NORDEN

Sozialkompetenztrainings zur Förderung der Konfliktkompetenz von benachteiligten Jugendlichen

Im Umgang mit Mitschülerinnen und Mitschülern fehlen Jugendlichen oft Handlungsalternativen zur Lösung und auch zum Aushalten von Konflikten. Reibungen, Streit und Mobbing sind Themen, die sich insbesondere auf benachteiligte Schülerinnen und Schüler leistungshemmend auswirken.

Im Rahmen der Förderung „Stärken vor Ort“ nahmen 181 Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule, der Hardenbergschule und der Realschule Bockum – Hövel an den zweitägigen Trainings teil und wurden befähigt, sowohl schulische Konflikte, als auch spätere Situationen am Arbeitsplatz gelassener und wertschätzender zu lösen. Sie entwickelten gemeinsam ein Handlungsportfolio um Frustrationen und Probleme in der Berufswelt besser zu meistern und auch persönliche und private Konflikte an den entsprechenden Stellen zu klären, ohne dass sie in ihrer schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit gehemmt werden.  

Viele Übungen und Rollenspiele aus dem Bereich der Coolness-Trainings stimmten die SchülerInnen auf die Aufgabe der beiden Tage ein.  

Hier wurde besonders mit verschiedenen Visualisierungsübungen gearbeitet, da diese den Vorteil haben, eine Meinung zunächst „zeigen“ zu können, ohne nach Worten suchen zu müssen und alle Jugendlichen der Klasse ihre Haltung zeigen konnten. So wurden in den Übungen Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede sichtbar. Dieses gemeinsam entwickelte Bild der Klasse war dann ein guter Einstieg in lebhafte Diskussionen zu den Themenbereichen. 

Im Hinblick auf die Situation am Arbeitsplatz schulten die Jugendlichen sowohl die eigene Kompetenz als auch ihr Verantwortungsgefühl für die Gruppe. Ein Job ist halt auch immer Teamwork. 

Der unkritische Umgang mit dem Internet erhielt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung. Informationen über eine angestrebte Arbeitsstelle sind für Bewerber schnell abrufbar. Die SchülerInnen hinterlassen im Netz ebenfalls Spuren, mit deren Hilfe sich Arbeitgeber ein Bild über die Eignung der Bewerber machen können. Während der Projekttage begaben sich die beiden Anleiter gemeinsam mit den SchülerInnen auf die Spurensuche im Netz und überprüften Profilseiten der Jugendlich auf ihre Darstellungskraft. 

Anhand von Beispielen aus der Praxis wurde auch das Thema Cybermobbing besprochen. In Gesprächen verdeutlichten die Trainer, dass vermeintliche Streiche und witzige Kommentare dauerhaft auffindbar bleiben und Arbeitgeber diese als Knock-out-Kriterium in Erwägung ziehen könnten. Auch die strafrechtliche Relevanz und deren Konsequenzen konnten den SchülerInnen nahe gebracht werden. 

So gingen viele Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Trainings noch davon aus, dass sie sich im Internet sicher und vor allem privat bewegen. Diese Vermutung konnte vor Ort online überprüft und oft auch widerlegt werden.

Zwei Drittel alle Teilnehmer nutzten vor allem den zweiten Projekttag um die eigenen Profile unter Anleitung aufzubessern und ein dem Arbeitsmarkt gefälligere Selbstdarstellung im Internet zu gestalten.

 

Presseartikel vom 04.12.2009 Westfälischer Anzeiger