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Was ist ein Lokaler Aktionsplan?

Der Lokale Aktionsplan beschreibt Problemlagen, Ziele, Inhalte und Methoden der Arbeit im Hammer Norden/Bockum-Hövel im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Europäischen Sozialfonds (EFS) der Europäischen Union geförderten Programms STÄRKEN vor Ort. 
Der Europäische Sozialfonds ist der Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmensgeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investitionen in die Humanressourcen. Gleichzeitig werden mit ihm die Rollen und Aufgaben der Partner im „Lokalen Netzwerk“ deutlich gemacht.
Er dient zur Orientierung der Lokalen Koordinierungsstelle und ist wesentlicher Bestandteil des Antrags auf Förderung. Im lokalen Aktionsplan wird auch auf die Verknüpfung zu anderen Strategien im Gebiet der „Sozialen Stadt" / „E & C" eingegangen.

Lokaler Aktionsplan 2009 - 2011

Schaubild Prozesssteuerung

Im Fokus der Förderung stehen Adressatinnen und Adressaten, die zur Zielgruppe des lokalen Hammer Pilotprojektes PlanBildung gehören. Im Rahmen von PlanBildung werden durch die Kooperation städtischer Akteure (Jugendhilfe, Gesundheitssystem, Kommunales JobCenter, Schul- und Sportamt, Schulamt für die Stadt Hamm) die bisherigen Förderansätze systematisiert und vorhandene Bedarfe gebündelt. Auch die Optimierung der Unterstützungsstrukturen durch kontinuierliche Überprüfung ist zentraler Bestandteil des Projektes.
Das Ziel der Arbeit von PlanBildung ist es, Kindern- und Jugendlichen in Hamm in den verschiedenen Entwicklungsstufen (0-6, 6-10, 10 - Übergang in die Ausbildung) systematische und adäquate Hilfestellungen zu geben, die die bestmöglichen Entfaltung ihrer Potentiale sicherstellt.
Durch die Arbeit an den bereits genannten Modellschulen wurde ein erkennbarer Handlungsbedarf hinsichtlich individueller schulischer und außerschulischer Förderung deutlich. Unter der Prämisse der Ressourcenbündelung könnte ein zielgerichtetes Konzept mit mehreren inkludierten Mikroprojekten den Handlungsbedarf entschieden vermindern. Daher wird mittels einer angemessenen Evaluation angestrebt, nachweisbar erfolgreiche Projekte langfristig in die städtische Förderstrategie überzuleiten.

Im ersten Schritt soll das System einer individuellen Förderung unter Beteiligung eines aus relevanten Fachkräften bestehenden Kompetenzteams an den entsprechenden Schulen konzipiert und installiert werden. Um alle relevanten Akteure in das System einzubinden, sollen auch Eltern und Jugendliche an der Erstellung, Einführung und Umsetzung aktiv beteiligt sein. Die curriculare Verortung wird in den schulischen Entscheidungsgremien abgestimmt.
Im zweiten Schritt wird der individuelle Förderbedarf der einzelnen Kinder und Jugendlichen ermittelt. Dies erfolgt durch eine angemessene Situationsanamnese und nach Möglichkeit auf der Basis eines Kompetenzfeststellungsverfahrens. Die Inhalte, Schwerpunkte und Methoden der entsprechenden Förderstategie sind hierbei vom festgestellten Förderbedarf abhängig. Generell denkbar ist die Umsetzung folgender Themen:
a) Stärkung der Teamfähigkeit und Sozialkompetenz, Konzentration und Eigenverantwortung
b) Aufbau berufsrelevanter Fertigkeiten und der Kreativität
c) Verhaltensorientierte Vorbereitung auf die Bewerbungsphase
d) Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung e) Auseinandersetzung mit den Themen Gesundheit, Sucht, Geld und Familienplanung.

Ein wesentlicher Bestandteil zum Aufbau und zur Stärkung des Fördersystems ist hierbei die indirekte Förderung mittels der unten beschriebenen Unterstützung personen- und organisationsbezogener Zielgruppen. Bei der Umsetzung der Mikroprojekte werden vorhandene Ressourcen in den jeweiligen Stadtteilen sowie das relevante Know-how aus der Region und der jeweiligen Themenbereiche genutzt. Die Vergabe der Projekte wird durch den Begleitausschuss gesichert und richtet sich nach vorgegebenen Auswahlkriterien. Zur Evaluation der Projekte sollen u. a. Befragungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Ergebnisse aus Wirksamkeitsdialogen herangezogen werden.

Gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Information und Akquise von Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der umsetzenden Akteure und Institutionen erfolgt gemäß der unten aufgeführten Beschreibung.

Die Gleichstellung von Mädchen und Jungen im Förderkonzept und den einzelnen Mikromodulen ist ein durchgängiges Leitprinzip. Gender-Mainstreaming-Aspekte werden auf der konzeptionellen, inhaltlichen und der Umsetzungsebene berücksichtigt.
Einer einseitigen und Berufsorientierung soll gezielt durch das Sensibilisieren für und das Auflösen von Rollenfestlegungen und die Vermittlung von alternativen Orientierungskonzepten entgegengewirkt werden. Die berufliche, private und familiäre Lebensplanung von Mädchen und Jungen wird hierbei entsprechend berücksichtigt. Sowohl Interessensunterschiede der Schülerinnen und Schüler als auch Zugangsweisen zu bestimmten Inhalten werden berücksichtigt und sollen zum Beispiel durch differenzierende Aufgabenstellungen gelöst werden.

In der konzeptionellen Entwicklung und Umsetzung finden die verschiedenen Möglichkeiten der aktiven Einbindung von Eltern in den Berufswahlprozess Berücksichtigung, denn weiterhin bestätigen Studien, dass die Meinung der Eltern in Bezug auf die Berufswahl ihrer Kinder und das Verhalten in dem mit ihr verbundenen Meinungsbildungsprozess nach wie vor großen Einfluss hat. Auch im Hinblick auf den gravierend geringen Beteiligungs- und Erreichungsgrad der Eltern im Rahmen entsprechender Veranstaltungen, insbesondere in Haupt- und Förderschulen, steht die Zielgruppe dieser Eltern im Fokus der indirekten Förderung. Um auch Eltern mit Migrationshintergrund aktiv zu beteiligen, sollen zu diesem Thema der Integrationsrat und das Amt für Soziale Integration der Stadt Hamm als wichtige Kooperationspartner eingebunden werden.

Um Schüler adäquat zu fördern, bedarf es eines zielorientierten Konzeptes der individuellen Förderung, entsprechender Ansätze und geschulten Personals. Daher steht ebenfalls die Unterstützung durch Multiplikatoren individueller Förderung im Fokus des Konzepts. Die Beteiligung von Lehrern, Schulsozialarbeitern, pädagogischen Fachkräften und berufsnahen Mentoren soll daher ein Bestandteil des Gesamtkonzeptes zur indirekten Förderung der Schülerinnen und Schüler sein. Durch Schulungen, Workshops und konzeptionelle Arbeitseinheiten sowie die Optimierung von Vernetzungsstrukturen soll die Qualität der individuellen Förderung für die primäre Zielgruppe erhöht und eine effektive indirekte Förderung erreicht werden.

Im Hammer Norden sind sowohl professionell besetzte Gremien installiert als auch offene Präventivkreise, an denen Bürgerinnen und Bürger teilnehmen und dort auch verantwortlich mitentscheiden. In Bockum-Hövel finden regelmäßige Stadtbezirkskonferenzen statt. In beiden Stadtteilen engagieren sich lokale politische Entscheidungsträger sehr. Die Besetzung der Arbeitsgruppe SEK 1 im Modellvorhaben PlanBildung ist sehr vielfältig; verteten ist das Jugendamt, Schulleiter, Lehreinnen und Lehrer, Schulsozialarbeiter, das Kommunale Jobcenter, das Schulamt für die Stadt Hamm und das Schulverwaltungsamt. Themenbezogen wird das Gesundheitsamt, die regionale Schulberatungsstelle, die Hammer Elternschule und die Erziehungsberatungsstelle eingebunden. Als weitere Informationsplattform soll der Internetauftritt genutzt werden. Zudem sollen sowohl Schülervertretungen als auch Elternvertretungen in die Gestaltungen einbezogen werden. Dies kann über Zukunftswerkstätten gut gelingen.

 

Fortschreibung Lokaler Aktionsplan 2010

Zur Förderung von Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen soll auch weiterhin der Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Partnern gelegt werden. Um die Entwicklungsziele des nächsten Bewilligungszeitraumes zu erreichen, bedarf es eines zielorientierten Konzeptes der individuellen Förderung, entsprechende Ansätze und geschulten Personals. Zur Vorbereitung der konzeptionellen Arbeit ist zunächst geplant für multiprofessionelle Teams, die für die Umsetzung individueller Fördermaßnahmen zuständig sind bzw. daran beteiligt werden sollen, entsprechende Schulungsmaßnahmen zu den Themenbereichen: individuelle Förderung, Projektmanagement, regionale und überregionale Vernetzungs- und Fördermöglichkeiten anzubieten. Die Schulungsgruppe soll dabei u.a.. aus Lehrern, Schulsozialarbeitern, Kooperationspartnern der Schule aus Wirtschaft und Jugendberufshilfe sowie aus interessierten Eltern, den Stadtteilkoordination und weiteren Interessierten bestehen. Neben den Schulungen und Workshops werden auf Basis der Evaluationsergebnisse der bereits umgesetzten Mikroprojekte sowie auf Grundlage der bereite bestehenden Fördermaßnahmen der beteiligten Schulen konzeptionelle Arbeitsphasen unter der Beteiligung der oben beschriebenen Zielgruppe zur Optimierung der Förderangebote eingeleitet werden. Parallel dazu werden neue Maßnahmen der schulischen und außerschulischen individuellen Förderung unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Themen und einer angemessenen Unterstützung für Zielgruppen mit Migrationshintergrund angeboten.

 

In der kommenden Förderperiode sollen vordergründig folgende Ziele verfolgt werden:

  • Stärkere Verknüpfung mit Migrantenorganisationen und Vereinen (Sport- und Kultureinrichtungen)
  • Intensive Förderung der Zusammenarbeit/Kooperation zwischen den Schulen und den Organisationen/Vereinen Bestehende Kontakte in den Stadtteilen Hamm Norden und Bockum-Hövel sollen weiter ausgebaut werden und neben der Umsetzung von Kooperationen im Bereich der Durchführung von Mikroprojekten, sollen die Bemühungen verstärkt werden Mikroprojektträger und Initiativen von Eltern und Migrantenselbstorganisationen nachhaltig und sinnvoll in bestehende lokale Netzwerke einzubinden.