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Zielgruppenspezifisches Coaching und berufliche Orientierung im Übergang von der Schule zum Beruf für Sinti-Jugendliche

Veranstalter

Stadtteilbüro Hamm-Norden
in Kooperation mit Schulen in Hamm-Norden, dem Jugendzentrum Bockelweg, der Jugendarbeit Hamm-Norden e.V., dem Kommunalen Job-Center, der VHS der Stadt Hamm sowie der Arbeitsgruppe am Schüttenort e.V.

Förderzeitraum

01.10.2007 bis 30.06.2008

Ziele und Zielgruppe

In der Sinti-Arbeit im Hammer Norden wurde über die intensive Kooperation der Selbsthilfeorganisation mit Schulen und Jugendeinrichtungen in den letzten 15 Jahren erfolgreich an der schulischen Integration und an dem Erreichen von Schulabschlüssen gearbeitet. Zielgruppe sind in diesem Mikroprojekt junge Sinti in den Abschlussklassen und solche, die die Schule bereits verlassen, aber noch keine beruflichen Schritte unternommen haben. Aktuell fehlt hier eine zielgruppenspezifische Arbeit im Übergangsmanagement. Entsprechend sollte mit den Jugendlichen in einer in sich abgeschlossenen Workshop-Reihe ein Leitfaden zur Ausbildungsplatzsuche erarbeitet und Hemmschwellen gegenüber Beratungseinrichtungen abgebaut werden, um ihnen so einen Zugang zum Arbeitsmarkt bzw. eine erfolgreiche Ausbildungs- oder Arbeitsplatzsuche zu ermöglichen. Die die einzelnen Module in der Workshop-Reihe aufeinander aufbauen, ist eine kontinuierliche Teilnahme notwendig.

Traditionell werden Jungen und Mädchen in der Erziehung auf die ihnen zugewiesene Rolle vorbereitet. Angesichts zunehmender Schwierigkeiten der Existenzsicherung und dem wachsenden Wunsch nach Unabhängigkeit von sozialen Sicherungssystemen beginnen sich diese Zuschreibungen langsam zu ändern. Entsprechend sollen andere Lebenskonzepte mit den Jugendlichen erörtert werden, so dass sie dazu bereit sind, neue Perspektiven für ihr Leben und ihre Berufstätigkeit zu entwickeln. Weil dieses Ausprobieren anderer Lebensformen nur mit Unterstützung durch die Eltern möglich ist, sollen diese in die Arbeit miteinbezogen werden.

Verlauf

Nachdem bei einer Infoveranstaltung interessierten Teilnehmern die geplante Workshop-Reihe vorgestellt wurde, wurden mit ihnen zum besseren gegenseitigen Kennenlernen Einzelgesprächstermine vereinbart. Dabei konnte in Einzelfällen eine erste Zielabfrage und -überprüfung der geplanten beruflichen Perspektive durchgeführt werden.

Im ersten Workshop wurden mit den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die gewünschten beruflichen Ziele ermittelt und in Bezug auf „Machbarkeit“, Eigenmotivation, Präsentationsverhalten und Informationsdichte zum Berufsbild abgefragt. Am Ende stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre beruflichen Ziele der Gruppe vor.

Beim zweiten Planungsworkshop erarbeiteten sich die Jugendlichen ihren „Weg in Arbeit“ durch eine Aufteilung dieses Weges in mehrere gehbare Teilschritte.

Im dritten Workshop zum Thema Bewerbungsstrategien und Lebensläufe wurde das A-I-D-A Konzept (Attention, Interest, Desire, Action) zur Erstellung von klaren und zielgerichteten Bewerbungsmappen und Anschreiben anhand von Beispielmappen vorgestellt und in Rollenspielen, Telefonakquisen und Bewerbungsgesprächen eingeübt. Als praktische Übung wurde ein Telefontraining durchgeführt.

Ergebnis

Bereits bei den Einzelgesprächen nach der Infoveranstaltung konnte in Einzelfällen eine erste Zielabfrage und -überprüfung der geplanten beruflichen Perspektiven durchgeführt werden. Durch die individuelle Beratung erkannten sich die Jugendlichen ihre Fähigkeiten und Hemmnisse, die den Zugang zum Arbeitsmarkt beeinflussen. So erhielten sie ein deutlicheres Bild ihrer Perspektiven und Möglichkeiten und konnten ihre Ziele überprüfen. Durch diese aktive Mitarbeit gewann der überwiegende Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine klare Zielvorstellung bezüglich der Berufswahl und war hoch motiviert, diese umzusetzen. Auf dem Weg dahin formulierten sich die Jugendlichen kleine Teilziele sowie konkrete nächste Schritte und benannten Verbindlichkeit als notwendige Eigenschaft für den weiteren Prozess.

Am Ende präsentierten die verbliebenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen Bewerbungsmappen mit entsprechenden Lebensläufen. Das Telefontraining zeigte bei den meisten Jugendlichen erste Erfolge: In den Telefonaten mit möglichen Arbeitgebern zeigten sie sich selbstsicherer. Konkret hatte ein Teilnehmer bereits ein Vorstellungsgespräch geführt und zwei Bewerbungsunterlagen für einen Ausbildungsplatz erstellt, während sich andere noch in der Phase der Orientierung befanden.

Insgesamt sah die Hälfte der Jugendlichen die Notwendigkeit zur beruflichen Veränderung und war mit dem erzielten Ergebnis zufrieden. Die Eltern gewannen mehr Sicherheit hinsichtlich der beruflichen Zukunft ihrer Kinder.

Obwohl die jungen Menschen klare berufliche Ideen und Zielentwicklungen formuliert hatten, wurden auch Inkompetenzen etwa hinsichtlich ihrer Kenntnisse in den Bereichen Computer bei der Textverarbeitung und grundlegender Arbeitstechniken deutlich. Auch hier besteht weiterhin intensiver Individual-Coachingbedarf.

Ansprechpartner(in)
Klaus Köller
Stadtteilbüro Hamm-Norden
Sorauer Straße 14
59065 Hamm

Tel.: 02381/371860
Mail: k.koeller(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de
Web: www.hammer-norden.de