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"Packen wir es an“ Verringerung von ab- und ausweichendem Verhalten durch berufliche Orientierung

Veranstalter

Jugendarbeit Hamm-Norden e.V.
in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Hamm, der Wohnungsgesellschaft HgB sowie, der Paul-Dormann-Schule

Förderzeitraum

01.07.2007 bis 30.06.2008

Ziele und Zielgruppe

Dieses Mikroprojekt knüpft an das bereits gegen Ende des Förderabschnitts im Vorjahr begonnene Mikroprojekt „Berufliche Orientierung im Rahmen der Sozialen Gruppenarbeit Danziger Straße“. Eine Gruppe von männlichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren aus dem Wohnumfeld Danziger Straße sollte nach dem Konzept der "sozialen Gruppenarbeit" verstärkt betreut und unterstützt werden, um zukünftig polizeiliche Meldungen zu vermeiden. Alle der vom Jugendamt ausgewählten Teilnehmer haben zur Zeit praktisch keine berufliche Orientierung, sind resigniert und demotiviert und können sich überhaupt keine berufliche Perspektive vorstellen. Angeleitet von männlichen Pädagogen, die als Vorbilder eine handwerkliche und pädagogische Qualifikation aufweisen, sollen die Jugendlichen durch positive Arbeitsergebnisse an Selbstständigkeit gewinnen.

Bereits in der letzten Förderperiode war zu den Teilnehmern Kontakt aufgenommen und die Maßnahme mit Kooperationspartnern abgestimmt worden. Da nach Einschätzung der Fachkräfte rein sozialpädagogische Ansätze nicht ausreichten, sollten nun die betroffenen Jugendlichen durch konkretes Tun angesprochen werden und eine berufsvorbereitende Unterstützung erfahren.

Verlauf

Um den meist lernbehinderten Jungen den Übergang von der Schule zum Beruf zu ermöglichen bzw. sie zum Weiterbesuch der Schule zu motivieren, haben sie sich handwerklich ausprobiert. In gewaltfreier, kooperativer und demokratischer Atmosphäre lernten sie Grundlegendes aus den Bereichen Materialkunde, Gerätekunde und -Einsatz, Objekt- und Arbeitsplanung und Kooperation.

In Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft wurde von den Jugendlichen der Spielplatz der Danziger Straße neu gestaltet.

Ergebnis

Das erste Handwerksprojekt stieß im sozialen Nahraum der Jugendlichen auf positive Resonanz. Bestärkt durch diesen ersten Erfolg zeigten sich die Jugendlichen sichtlich motiviert und auch die Wohnungsgesellschaft und die ortsansässige Förderschule bekundeten ein großes Interesse an der Fortführung dieser Zusammenarbeit.

Im Verlauf des Mikroprojektes wurden zunehmend veränderungsresistente und deviante Verhaltensmuster deutlich, so dass die Jugendlichen ihre schulischen Leistungen nicht verbessern konnten. Dass einige Teilnehmer in Gruppengesprächen ihr Sozialverhalten reflektiert haben, wirkte sich positiv auf dieses Verhalten aus. Alle Teilnehmer haben z.T. aus strafrechtlichen Gründen die Schule nicht regelmäßig besucht; aufgrund seiner gravierenden Fehlzeiten musste einer der Jugendlichen die Schule wechseln.

Auch weiterhin sind alle Teilnehmer kriminell in Erscheinung getreten: Einer musste in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung untergebracht, für zwei Teilnehmer eine Erziehungsbeistandschaft eingerichtet werden und ein Teilnehmer befindet sich in Untersuchungshaft. So waren insgesamt nur zwei der Jugendlichen bereit, Freizeitangebote in Anspruch zu nehmen, die ihnen Spaß ohne besondere Anforderungen versprachen.

Anders sah es aus, wenn Sozialkompetenzen wie Absprachefähigkeit, Kompromissbereitschaft, Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit dafür gefordert wurden. Hier wichen die Jugendlichen zumeist aus. So nahmen sie nur bei kurzfristiger Erinnerung unregelmäßig teil bzw. erschienen aufgrund mangelnder Regelakzeptanz und fehlender Absprachefähigkeit nicht mehr.

Wenn auch die Methode der „Sozialen Gruppenarbeit“ letztendlich nicht die erhoffte Wirkung erzielte, kann doch infolge der Konsequenzen eine Beruhigung im Wohnumfeld beobachtet werden.

Ansprechpartner(in)
Holger Schillack
Jugendarbeit Hamm-Norden e.V.
Insterburger Str. 4
59065 Hamm

Tel.: 02381/9724890
Mail: jugendarbeit-hamm-norden(at)web.de
Web: www.jugendarbeit-hammnorden.de