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Berufliche Perspektiventwicklung durch Qualifizierung von Migrantinnen als Multiplikatoren

Veranstalter

Stadtteilbüro Hamm-Norden

in Kooperation mit der Elternschule Hamm, den Moscheevereinen sowie diversen Kindertageseinrichtungen und Schulen in Hamm-Norden

Förderzeitraum

01.02.2008 bis 30.06.2008

Ziele und Zielgruppe

Im Hammer Norden fallen besonders Mütter mit Migrationshintergrund auf, die zwar gut deutsch sprechen, aber aufgrund fehlender Ausbildung und mangelnder Vorstellung über die positiven Seiten einer Berufstätigkeit nicht in den Arbeitsmarkt zu vermitteln sind. Durch die enge Kooperation mit den Schulen im Stadtteil wird ebenfalls deutlich, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund auch heute noch überproportional häufig keinen oder nur einen sehr schlechten Schulabschluss machen. Der Grund dafür wird insbesondere in der fehlenden Unterstützung durch die Eltern gesehen.

Entsprechend sollen in diesem ikroprojekt „haushaltsnahe“ Mütter an eine mögliche Berufstätigkeit herangeführt sowie die Elternverantwortung und Handlungsfähigkeit gefördert werden, um die Bildungssituation der Kinder zu verbessern. Aufbauend auf das erfolgreich umgesetzte Mikroprojekt in der Förderperiode 2006/2007 sollte nun der Anteil der beruflichen Orientierung durch ein zweimonatiges Praktikum in einer Kindertageseinrichtung im Hammer Norden verstärkt und die Methodik gefestigt werden.

Durch das Praktikum erhielt das Mikroprojekt einen deutlich höheren Bezug zur Berufstätigkeit als das erste, welches eher indirekt auf die Arbeitsmotivation und die Freude am Lernen und Arbeiten mit Menschen wirken sollte.

Verlauf

Erfolgreich nahmen 21 Frauen mit überwiegend türkischem Migrationshintergrund an der Schulung teil, in der sie zunächst theoretisches und praktisches Wissen lernten. Dabei war das Basiswissen über Erziehung und das deutsche Bildungssystem mit den zugrunde liegenden Werten und Haltungen wie Toleranz, Gleichberechtigung und Demokratie nur ein Teilaspekt.

Gleichzeitig bekamen sie praxisnahe Informationen zu förderlichem Elternverhalten, zu Freizeitgestaltungs- und Beratungsmöglichkeiten für Familien sowie zu Einstellungen in der Elternbildung.

Im Verlauf der Praktika erhielten die Frauen einen Einblick in den Erziehungsalltag und die Aufgaben einer Erzieherin, Kinderpflegerin und Haushälterin und konnten die bisherige Theorie im Alltag eines Multiplikators in Sachen Erziehung umsetzen.

Ergebnis

Unabhängig davon, ob sie nun, wie ein geringer Teil der Frauen, eine pädagogische Vorbildung besaßen, oder wie die meisten Teilnehmerinnen seit Jahren als Hausfrau und Mutter tätig waren, nahmen sie hoch begeistert am Seminar teil. Zufrieden zeigten sich alle Beteiligten: Die Mediatorinnen sammelten in Praktika in Kindertagesstätten neue Eindrücke und unterstützten die Mitarbeiter in ihren Tätigkeiten oder gaben in Eltern-Informationsveranstaltungen praxisnahe Informationen zu förderlichem Elternverhalten kompetent weiter.

Zukünftig möchten alle Mediatorinnen eigene Eltern-Info-Veranstaltungen durchführen, um weiterhin Eltern verstärkt zu unterstützten, die nicht gut deutsch sprechen. So können sie für die Elternschule Hamm tätig werden.

Begeistert von dieser alltagspraktischen Arbeit wollte jede Vierte im Anschluss an die Schulung eine Ausbildung oder eine berufsbezogene Maßnahme in diesem Bereich beginnen.

Auch nach der zweiten Qualifikationsrunde besteht bei MigrantInnen ein Interesse an der Weiterbildung zum Multiplikator in Erziehungsfragen. Bereits vor Ende des Mikroprojektes haben acht Frauen entsprechende Anfragen gestellt.

Ansprechpartner(in)
Lydia Boelcke
Stadtteilbüro Hamm-Norden
Sorauer Straße 14
59065 Hamm

Tel.: 02381/371861
Mail: l.boelcke(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de
Web: www.hammer-norden.de