Logo HAMM-NORDEN

Theaterprojekt "Mutterrolle und Berufstätigkeit"

Veranstalter

Frauencafe im Stadtteilbüro Hamm-Norden

Förderzeitraum

15. Juli bis 30. September 2006

Ziele und Zielgruppe

Zumeist haben die Frauen im Frauencafé eine schlechte Schul(aus)bildung und häufig keine abgeschlossene Berufsausbildung. Sie sind einkommensarm und teilweise überschuldet. Das geringe Selbstwertgefühl vieler Frauen äußert sich zumeist darin, dass sie sich schnell angegriffen fühlen und die Tendenz zum Vereinsamen haben. Ihre eigenen Interessen können sie oft nicht erfolgreich verwirklichen. Als Mütter sind sie in vielen Situationen ohnmächtig und es fehlt ihnen an Durchsetzungsfähigkeit, während sich die Väter bereits aus der Erziehung verabschiedet haben. Hinzukommt der schlechte Gesundheitszustand von Frauen und Kindern. So negativ wie ihr Selbstbild ist auch die Rollenzuschreibung durch Kinder und andere. Frauen sind gesellschaftlich als Ernährer nur bedingt anerkannt, birgt doch Erfolg im Beruf auch das Risiko, als schlechte Mutter zu gelten. Gerade allein Erziehenden wird das Gefühl vermittelt, dass ihre Anstrengungen im Beruf und in der Erziehung nicht vollwertig anerkannt werden. Daraus resultieren Depression und das Gefühl des Ausgeliefertseins.

Die Arbeit an einem Theaterprojekt soll Frauen unterschiedlicher Generationen dabei helfen, ihre aktuelle Lebenssituation in Bezug auf Arbeiten, Wohnen und Freizeitgestaltung zu reflektieren und alternative Lebensmuster mit ihren Kindern zu entwickeln. Auch bei der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz können sie sich nicht ausreichend selbstbewusst darstellen. Durch das Training sollen die Frauen mehr Selbstbewusstsein bekommen, um sich besser zu präsentieren – von dieser Fähigkeit profitieren sie letztendlich bei Bewerbungsgesprächen.

Besonders in der Phase der Berufsfindung von Jugendlichen gilt es für die Mütter, in Auseinandersetzungen eine klare Haltung gegenüber Beruf und Ausbildung einzunehmen.

Darüber hinaus soll das Interesse der Frauen und Kinder an Kultur geweckt werden. Gleichzeitig dient das Mikroprojekt zur Verbesserung der Lebensqualität und des Images des Hammer Nordens in der Wahrnehmung der Hammer Bevölkerung.
Auf einer Seminarfahrt sollen sich die Frauen mit dem Thema „Die Rolle als Berufstätige und Mutter“ auseinander setzen. Hierbei geht es um die

  • Herausarbeitung geschlechtsspezifischer und geschlechtsübergreifender Orientierungs- und Handlungsmöglichkeiten der
    Eltern – sowohl in der Rolle als Erzieherinnen und Erzieher als auch in ihrem Vorbild für die berufliche Entwicklung;
  • Stärkung des Selbstbewusstseins der Frauen im Hinblick auf eine Berufstätigkeit;
  • Möglichkeiten und die Vermittlung eines positiven Selbstbildes im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Elternrolle;
  • positive Orientierung durch die leitenden/begleitenden Fachkräfte im Hinblick auf die genannten Themen.

Verlauf

Unterstützt von der freiberuflichen Theaterpädagogin Marlies Leibitzki und Lydia Boelcke als Mitarbeiterin des Stadtteilbüros Hamm-Norden realisierte das Frauencafé eine fünftägige Theaterfahrt für Mütter mit ihren Kindern. Dabei erarbeiteten sich die Frauen gemeinsam die Inhalte und setzt sie dramaturgisch um. Im Anschluss an zwei Probewochenenden präsentierten sie die Ergebnisse bei einem Theaterabend im Rahmen der Kulturarbeit Hamm-Norden in der Aula am Stadtteilzentrum.

Ergebnis

Die thematische Arbeit begeisterte und motivierte die Frauen. In der abschließenden Theateraufführung zeigten die Teilnehmerinnen, die Vielfältigkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema. Von Probe zu Probe wurde das Sprechen vor anderen besser. Nachdem die Frauen zunächst sehr skeptisch waren in Bezug auf das Theaterprojekt sowie ihre eigenen darstellerischen Fähigkeiten, stellte sich - zwischen Phasen des Zweifels, der Depression und dem Willen aufzugeben - immer mehr Zufriedenheit mit den kreativen Schaffensprozessen heraus, welche in echte Begeisterung nach der gelungenen Aufführung mündete.

Unsicher, ob ein Interesse der Öffentlichkeit an der Thematik und an ihrem Spiel besteht, hatte die Gruppe im Vorfeld kaum Werbung für die Aufführung gemacht. Entsprechend beschränkte sich das Publikum auf eine geringe Zahl. Trotzdem waren die Frauen sehr stolz auf ihre Leistung und führten ihren Erfolg besonders auf die hervorragende Arbeit der Theaterpädagogin zurück.

Insgesamt fand eine sehr intensive Auseinandersetzung mit der Frauen- und Mutterrolle im Hinblick auf eine berufliche Tätigkeit statt, die in dem aussagekräftigen Theaterstück zu ihrem Abschluss kam. Ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein drückten die Frauen nicht nur durch ein verändertes Erscheinungsbild von der Frisur bis zur Kleidung aus, sondern auch durch eine veränderte Körperhaltung. Neuerdings interessieren sie sich dazu für andere kulturelle Veranstaltungen im Hammer Norden.

Ansprechpartner(in)
Klaus Köller
Leiter Stadtteilbüro Hamm-Norden
Sorauerstraße 14
59065 Hamm

Tel.: 02381/371860
Mail: k.koeller(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de
Web: www.hammer-norden.de