Logo HAMM-NORDEN

Mobilitätstraining und berufliche Orientierung von Schülern der 9. und 10. Klasse einer Hauptschule

Veranstalter

Karlschule Hamm

Förderzeitraum

1. Januar bis 30. Juni 2007

Ziele und Zielgruppe

Oft nicht in der Lage, über ihren „Tellerrand“ hinauszublicken, fehlt Hauptschülerinnen und Hauptschülern nicht nur der Karlschule vielfach jegliche Kompetenz, um sich über Alternativen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu informieren und auf den Weg zu machen. Wurden laut Statistik der Hammer Arbeitsagentur im Oktober 1.962 Ausbildungsstellen registriert, standen diesen 3.525 Bewerbermeldungen gegenüber. Entsprechend unwahrscheinlich ist es für Hauptschülerinnen und Hauptschüler, dass ein Arbeitsplatz bzw. eine Ausbildungsstelle in ihrer Nähe auf sie wartet.

Viele der Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund; das Elternhaus ist geprägt von geschlechtertypischen Rollenbildern. Bereits seit Jahren bemüht sich der Träger erfolgreich, die Lebenshorizonte der Schülerinnen und Schüler zu erweitern und damit wiederum auch Einfluss auf die Elternhäuser zu nehmen. Durch dieses Projekt soll die Motivation zur Mobilität auf dem Arbeitsmarkt bei Mädchen und Jungen gleichermaßen gefördert werden. Unterstützt wird dies durch entsprechende Elternarbeit.

Das Mikroprojekt gibt Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klasse der Karlschule die Möglichkeit einer beruflichen Orientierung und zu einem Mobilitätstraining. Dadurch sollen die Jugendlichen gerüstet werden, um flexibel auf den Arbeitsmarkt reagieren und jedes sich bietende Arbeits- und Ausbildungsangebot annehmen zu können.

Die Jugendlichen sollen lernen,

  • Arbeitsplätze und –orte, Einrichtungen, Firmen usw. eigenständig zu erkunden,
  • Fahrten und Reisen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad und Radius selbständig zu organisieren sowie die wichtigsten Verkehrsmittel und -wege zu erproben,
  • eine Klassenfahrt in Projektform selbstständig zu erarbeiten sowie
  • durch den Kontakt mit einem hochrangigen Repräsentanten der deutschen Bundespolitik gleichzeitig Anerkennung für ihr Projekt und Motivation zur Mobilität auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten.

Das Mikroprojekt basiert auf den Ansätzen des "Entdeckenden Lernens" und des "Lernens aus Erfahrung". Dies ist ein Bruch mit den vorherrschenden Gewohnheiten in der Schule und setzt zugleich eine hohe Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler in der Organisation vora

Verlauf

Bereits bei der Entwicklung wurden die Jugendlichen an der Planung des Projektes beteiligt und stellten es selbst im Komitee "Lokales Kapital für soziale Zwecke" vor. So organisierte die neunte Klasse selbständig eine Fahrt im lokalen Umfeld von Hamm mit dem Schwerpunkt Firmenbesichtigung und die zehnte eine eintägige Klassenfahrt nach Berlin, um als besonderes Erlebnis die Motivation zur Mobilität zu stärken. Die Begleiter waren "unsichtbar präsent" d.h. in der Nähe und ansprechbar, wenn Probleme auftraten. In Berlin wurde ein Gespräch mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher einer Bundestagsfraktion geführt.

Recherchen im Internet und die Bearbeitung von öffentlich zugänglichen Unterlagen unterstützten die Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Fähigkeiten zur Mobilität zu erkennen und zu entwickeln.

Ergebnis

Zweifelten anfangs die Durchführbarkeit des Mikroprojektes fast alle Schülerinnen und Schüler an, waren sie erst im Nachhinein von ihrer Kompetenz überzeugt und bauten nach eigener Einschätzung Vertrauen in ihre Teamfähigkeit, Sozialverhalten und Mobilität auf.

Durch die selbst organisierten Aktivitäten baute sich ein hohes Motivations- und Spannungsniveau auf, so dass alle Schülerinnen und Schüler an der Rallye und bis auf wenige Ausnahmen an der Berlinfahrt teilnahmen.

Fein säuberlich dokumentierten die Organisatoren ihre Erfahrungen und Lernergebnisse in den Mappen. Darin wurden die Reiseunterlagen durch Schilderungen von persönlichen Erfahrungen und Fotos ergänzt.

In den Reflexionsbögen bekräftigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass sie sich mobiler fühlten und sich nunmehr zutrauten, andere Städte mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzufahren, zu erkunden und sich einen Arbeitsplatz auch außerhalb Hamms zu suchen. Ihre Erfahrungen beschrieben sie ebenfalls in einem Beitrag in der Schülerzeitung. Stolz präsentierte eine Schülerin ihre Mappe in englischer Sprache bei der Entlassfeier der zehnten Schuljahre.

Die positive Resonanz bestätigt die Projektidee, so dass die Karlschule ein Konzept "Mobilitätstraining" für ihr Schulprogramm entwickelt.

Ansprechpartner(in)
Gabriela Kreter, Direktorin
Karlschule Hamm
Westberger Weg 17-19
59065 Hamm

Tel.: 02381/9148512
Mail: karlschule.schulen.hamm(at)t-online.de oder postmaster(at)karlschule.ham.nw.schule.de
Web: www.karlschule.schulnetz.hamm.de