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Marco Polo - Berufliche Orientierung auf europäischen Arbeitsmärkten mit individuellem Coaching

Veranstalter

Förderkreis Bildung und Integration e.V.

Förderzeitraum

1. April bis 30. Juni 2007

Ziele und Zielgruppe

Das Mikroprojekt „Marco Polo“ wurde im Rahmen einer kommunalen Strategie zur Arbeitskräftemobilität entwickelt. Da die lokale Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation nach wie vor schwierig bleibt, kann ein strategischer Ausweg darin liegen, qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuchende in Regionen zu vermitteln, in denen es ein gutes Angebot gibt. Durch individuelles Coaching im Verlauf des Mikroprojektes und die damit verbundenen beruflichen Chancen sollen junge Erwachsene zur Mobilität motiviert werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Schüler, die im Juni 2007 ihren Hauptschulabschluss an der Karlschule oder der Volkshochschule absolviert, aber dennoch kaum berufliche Perspektiven in der Region haben. In das Mikroprojekt eingebunden ist ein österreichischer Kooperationspartner, der ein Konzept für den regionalen Arbeitsmarkt rund um Innsbruck entwickelt hat. Hier besteht ein hoher Bedarf an Arbeitskräften vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Ziel des Mikroprojektes ist die Schaffung einer positiven Offenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine temporäre Arbeitsmigration. Erfolgreiche Beispiele einer neuen beruflichen Perspektive sollen in Innsbruck lebende Migrantinnen und Migranten aus Deutschland darstellen, die ebenfalls in das Mikroprojekt miteingebunden sind.

Die beruflichen Orientierungen der jungen Erwachsenen sind überwiegend traditionell ausgeprägt; dies gilt auch für die sozialen Verhaltensweisen in der Gruppe. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden darüber hinaus durch eine familiäre Migrationsgeschichte aus dem Herkunftsland geprägt und bringen religiös-islamische, traditionelle Muster und Orientierungen mit. 

Verlauf

Aufgrund ihrer Potenziale und Interessen wurden entsprechende Schülerinnen und Schüler ausgesucht und in einem Bewerbungsverfahren ausgewählt. Durch dieses Verfahren außerhalb der Schulen wurde eine positive individuelle und gruppenbezogene Dynamik geschaffen. In Tirol ging es nach allerlei Theorie zum österreichischen Arbeitsmarkt inklusive rechtlicher Grundinformationen und Förderungsmöglichkeiten rund um das Thema „Arbeiten im Ausland“ für drei Tage an die praktische Arbeit in renommierten Vier-Sterne-Hotels in der Region. In der verbleibenden Zeit besuchten die Schülerinnen und Schüler dortige lokale arbeitsmarkt- und freizeitbezogene Unterstützungsorganisationen. Parallel dazu erhielten sie ein individuelles Coaching im Bereich der Schlüsselkompetenzen u.a. im Rahmen von abenteuerpädagogischen Erlebnissen.

Ergebnis

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Mut und Willen gezeigt, für ihre Ausbildung ungewöhnliche Wege auf sich zu nehmen. Vom Kochen bis zum Servicebereich sammelten sie nicht nur erste Erfahrungen, sondern ließen sich von den Aufgaben, der Atmosphäre in den Hotels und den hohen Bergen in Tirol begeistern. Beim Rafting und Canyoning etwa zeigten die Jugendlichen Schlüsselqualifikationen wie beispielsweise Teamfähigkeit, Sozial- und Kommunikationskompetenz, Verantwortungsbereitschaft und Eigenverantwortung und lernten dabei hautnah die Natur kennen. So habe eine Teilnehmerin nach eigener Aussage mit jedem Sprung über eine Schlucht mehr Selbstvertrauen gewonnen; andere mussten lernen, dass nur das Paddeln auf Kommando zum Ziel führte.

Insgesamt bekamen fünf Schülerinnen und Schüler ein Angebot für eine Lehrstelle in renommierten Hotels im Anschluss an ein zweimonatiges Praktikum. Zufrieden mit ihren Erfolg, bald eine Ausbildung beginnen zu können, motivierte sie besonders der Ausblick auf ein deutlich höheres Lehrlingsgehalt in Österreich. Im Anschluss an die elftägige Orientierungsfahrt ergriffen zwei der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unmittelbar die ihnen gebotene Chance, zunächst in einem Praktikum weitere Erfahrungen in der Gastronomie zu sammeln.    

Eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern in Hamm und Tirol ist geplant, so dass im kommenden Jahr eine wesentlich größere Anzahl die Chance auf eine Berufsausbildung in der österreichischen Gastronomie erhalten wird.

Ansprechpartner(in)
Karl-Heinz Rohde, 1. Vorsitzender
Förderkreis Bildung und Integration e.V.
Fährenbruch 2a
59071 Hamm

Tel.: 02388/800831
Mail: khrohde(at)gmx.de
Web: www.hammer-norden.de