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Berufliche Orientierung und handwerkliche Qualifikation durch Bau eines Spielgerätes auf dem Sintiplatz

Veranstalter

AG am Schüttenort

Förderzeitraum

1. Januar bis 30. Juni 2007

Ziele und Zielgruppe

Der Sintiplatz ist als Treffpunkt ein Ort, an dem das kulturelle Leben der Sinti gepflegt wird sowie Austausch und Begegnung stattfinden. Ihre alte Tradition des „Auf-Reisen-Seiens“ spiegelt sich in ihren Wohnwagen; mit dem gemeinsamen Treffpunkt haben sie die Möglichkeit auch in ihrer Heimatstadt die Tradition zu leben. Verwaltet wird der Platz durch den Selbsthilfeverein "Arbeitsgruppe am Schüttenort e.V.", der hier viele Bereiche in Eigenleistung geschaffen hat.

Die vorhandene, aber wenig attraktive Spielfläche bot kaum Abwechslung für die Kinder der unterschiedlichen Altersgruppen, um spielerisch ihre Fantasie anzuregen, sinnliche Erfahrungen zu sammeln oder motorische Fähigkeiten zu fördern. Eine Neugestaltung sollte alle Vereinsmitglieder und deren Kinder einbeziehen, aber gleichzeitig der beruflichen Orientierung für Jugendliche und Erwachsene dienen, die teilweise arbeitslos sind bzw. im Übergang zwischen Schule und Beruf stehen.

Dabei könnten Jung und Alt ihre teils vorhandenen handwerklichen Kenntnisse und den Umgang mit den Maschinen auffrischen bzw. erlernen.

Aufgrund des traditionellen Rollenverständnisses der Sinti steht hier für die Frauen des Vereins eher eine Irritierung ihrer beruflichen Orientierung im Vordergrund. So können die zuschauenden Kinder etwa eine neue Rollenorientierung erfahren. Weiterhin sollen die Kompetenzen der Selbstorganisation durch Eigenleistungen unterstützt werden.
Fachliche begleitet wird das Mikroprojekt durch Vera Stracke vom spielpädagogischen Dienst der Stadt Hamm.

Verlauf

Mit den Mitgliedern des Vereins wurden Vorschläge für Spielgeräte gesammelt. Hieraus erstellte die leitende Fachkraft, eine Schreinerin, die Planung und Konstruktion. Unter Anleitung bauten die Teilnehmer die Spielgeräte aus Holz und hatten dabei neben den handwerklichen Tätigkeiten auch künstlerische, gestalterische und organisatorische Aufgaben zu bewerkstelligen.

Hierbei wurden die Teilnehmer im Umgang mit Werkzeug und Material geschult und übten Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Genauigkeit. Im Miteinander wurden die Kommunikation und die gegenseitige Wertschätzung gefördert.

Bau und farbliche Gestaltung wurden durch die Fachkraft angeleitet. Die fachliche Begleitung von Planung und Konstruktion erfolgt durch Vera Stracke vom spielpädagogischer Dienst Stadt Hamm. Abschließend erfolgt eine Sicherheitsprüfung durch die DEKRA.

Ergebnis

Klettern, Schaukeln, Rutschen und ein riesiger Sandkasten als Klassiker der Spielplatzgestaltung finden sich auf dem neu gestalteten Spielplatz wieder, der insgesamt an Attraktivität gewonnen hat. So bewerten Teilnehmer und Vereinsvorstand das Projekt durchweg positiv. Eine gebrauchte Rutsche, die von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, so wie Investitionen und Eigenleistungen vom Verein haben zum Erfolg des Projektes beigetragen.

Insgesamt engagierten sich dabei 23 Jugendliche und Erwachsene aus drei Generationen, so dass am Ende die Spielgeräte in Betrieb genommen werden konnten.

Noch immer stecken Eltern und Kinder voller Ideen, wie sie den neuen Spielplatz noch attraktiver gestalten können. Bedingt durch den Regen musste der für den Beginn der Ferienzeit vorgesehene abschließende Anstrich der Geräte durch Mütter und Kinder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Für die überwiegend gewerbliche Tätigkeit der Väter sind handwerkliche Kenntnisse und der gekonnte Umgang mit Maschinen von Vorteil. Nach Einschätzung der Fachkraft und der aktiv Mitwirkenden selbst konnte während der Baumaßnahmen mehr als die Hälfte ihre handwerklichen Kompetenzen deutlich verbessern.

Den Jugendlichen, die zumeist ihren Vätern in deren Beruf folgen, bot das Mikroprojekt eine berufliche Orientierung und einen Einstieg im Umgang mit Maschinen. Wie ihre Väter werden auch sie später voraussichtlich handwerkliches Geschick gebrauchen können. Doch wichtiger als diese Orientierung war dabei die Vermittlung von Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit oder die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, die sie dabei unter Beweis stellen konnten.

Ansprechpartner(in)
Susanne Rölker, Klaus Köller
Stadtteilbüro Hamm-Norden
Sorauer Str. 14
59065 Hamm

Tel.: 02381/371860
Mail: k.koeller(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de
Web: www.hammer-norden.de