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Verstärkung der vernetzten Arbeit mit Eltern, die unter starkem Autoritätsverlust leiden

Veranstalter

Stadtteilbüro Hamm-Norden und
Elternschule Hamm

Förderzeitraum

1. Februar bis 30. Juni 2006

Ziele und Zielgruppe

Gerade in der Phase der beruflichen Orientierung verbunden mit der Pubertät ihrer Kinder fühlen sich Eltern in Erziehungsfragen oft ohnmächtig. Unstimmigkeiten zwischen den Heranwachsenden und den Erziehungsberechtigten eskalieren häufig. Besonders schwierig wird die Eltern-Kind-Beziehung, wenn die Eltern durch extrem abweichendes Verhalten ihrer jugendlichen Kinder wie Gewalttätigkeit, Autoaggression, Straffälligkeit, Apathie und völliger Rückzug ihre Autorität verloren haben bzw. die Jugendlichen durch mangelnde Autorität dieses Verhalten angenommen haben. Während Mütter häufig besonders ohnmächtig sind, da sie es kaum gelernt haben, mit abweichendem Verhalten umzugehen, verabschieden sich Väter oft aus der Erziehung. Eltern tendieren unter verstärkten Schwierigkeiten zur Beteiligung an Eskalationen, wobei Frauen eher zum Ausweichen neigen, während Väter im Konfliktfall eher wechselseitig reagieren. Doch gerade in dieser schwierigen Zeit für die Jugendlichen ist die elterliche Unterstützung besonders wichtig.

Hinzukommen Defizite bei den Jugendlichen und pädagogischen Fachkräften: Pubertierende Jungen tendieren zu Gewalttätigkeit und Mädchen flüchten sich in autoaggressive Verhaltensweisen und Rückzug. Den Pädagoginnen und Pädagogen mangelt es an entsprechender Kompetenz bei dieser Thematik, zumal besonders Pädagoginnen von Jungen und Vätern nicht als Fachkräfte anerkannt werden.

Die Elternschule möchte diese Eltern unterstützen, damit sie wieder ihren Anteil im Prozess der beruflichen Integration ihrer benachteiligten Jugendlichen übernehmen können. Dies soll durch das Konzept „Elterliche Präsenz mit Methoden des gewaltfreien Widerstands“ (Omer/von Schlippe) erreicht werden. Seit 2002 wird dieses Konzept in Deutschland vom Institut für Familientherapie Weinheim in die pädagogische und therapeutische Praxis umgesetzt. Die von innen wirkende Diagnose geht davon aus, dass ein Vater oder eine Mutter die Lösung des Problems im Unterbewusstsein selbst kennt, sich diese aber erst mit Hilfe des Diagnostikers im entsprechenden Eltern-Coaching bewusst macht.  

In diesem Mikroprojekt sollen zunächst pädagogische Fachkräfte in der Jugendhilfe und der Schule mit dem Konzept vertraut gemacht werden. Gleichzeitig soll die Vernetzung zur Intensivierung von Erfahrungsaustausch und Kooperation zwischen pädagogischen Einrichtungen gefördert werden.

Verlauf

Während einer einführenden dreitägigen Weiterbildung mit Mohammed El Hachimi als Dozent vom Weinsheimer Institut setzten sich Fachkräfte mit der Thematik auseinander. Dabei bezog der Coach seine Fragen auf die gegebenen Antworten seines Gegenübers und brachte diesen dazu, intensiver über das Problem nachzudenken und präzisere Antworten zu formulieren, bis dieser schließlich die Lösung selbst formulierte.

Als nächsten Schritt während der Weiterbildung und im Anschluss daran begannen die Pädagoginnen und Pädagogen, Angebote für Eltern zu entwickeln.

Ergebnis

Die Weiterbildung setzte fachlich einen deutlichen Impuls, der noch nachhaltig wirken wird, und stieß insgesamt auf große Resonanz bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In Planungssitzungen im Herbst will die Elternschule auf dieser Grundlage erste konkrete Erprobungsmaßnahmen sowie Angebote zum Eltern-Coaching erarbeiten und diese durch das Kinderhilfenetzwerk bewerten lassen.

Derzeit arbeiten der Caritasverband und das Kommunale JobCenter Hamm an einem Mikroprojekt "Übergangsmanagement Schule-Beruf", bei dem die Elternbildung eingeplant ist. Hier könnten modellhaft Module zum Thema "Elterliche Präsenz beim Übergang Schule-Beruf" entwickelt werden.
 
Ansprechpartner(in)
Klaus Köller, Leiter
Stadtteilbüro Hamm-Norden
Sorauer Str. 14
59065 Hamm

Tel.: 02381/371860
Mail: k.koeller(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de
Web: www.hammer-norden.de