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Malerprojekt im Stadtteilzentrum

Veranstalter

Stadtteilbüro Hamm-Norden

Förderzeitraum

15. April bis 30. Juni 2006

Ziele und Zielgruppe

Der Kooperationspartner Familienpädagogisches Zentrum (FPZ) leistet im Stadtteil erzieherische Hilfen nach Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) im Auftrag des Jugendamtes. Hierdurch bestehen Kontakte zu Eltern und Jugendlichen, bei denen unter anderem beruflich orientierte Probleme auftreten, die im Rahmen einer Hilfe zur Erziehung (HzE) nicht zu bearbeiten sind. Deswegen wurde dieses Mikroprojekt initiiert.

Unter Anleitung und Unterstützung eines gelernten Malers soll der Flur des Stadtteilzentrums von einem Vater, einem vierzigjährigen Langzeitarbeitslosen, der unter Schwellenängsten leidet, und drei schulmüden Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren renoviert werden. Dabei soll zusammen mit allen Beteiligten herausgefunden werden, welche Unterstützung sie benötigen, um sich künftig mehr zu aktivieren.

Während der praktischen Arbeit können weibliche und männliche Teilnehmer nicht nur einen Einblick ein den eher mit Männern besetzten Berufsfeld des Malers nehmen, sondern sich auch sich mit dem Thema Geschlechtsstereotypen im Handwerk und ihren eigenen Einstellungen bezüglich ihrer Berufswünsche auseinandersetzen.

Das Mikroprojekt dient insgesamt dazu, das Selbstvertrauen zu stärken, Schwellenängste abzubauen und sich mit dem Stadtteil zu identifizieren. Gleichzeitig sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen Ressourcen entdecken und daraus geeignete Handlungsstrategien entwickeln.

Verlauf

Begleitend zu der praktischen Malerarbeit fanden sozialpädagogische Reflexionsgespräche statt, in denen sich die Jugendlichen mit der Problematik der Langzeitarbeitslosigkeit auseinandersetzten. Für die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer war das Projekt mit einem regelmäßigen Schulbesuch gekoppelt. Nach dem Abbruch durch die Jugendlichen fanden intensive Gespräche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Jugendamt statt.

Zusammen mit dem gelernten Maler hat der Vierzigjährige nicht nur den Flur des Stadtteilzentrums renoviert, sondern im Rahmen von Reflexionsgesprächen an der Entwicklung neuer beruflicher Perspektiven gearbeitet.

Ergebnis

Trotz des Abbruchs durch die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten neue Zielperspektiven entwickelt werden, da ihnen die Eigenproblematik sowie die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung erfolgreich vermittelt werden konnte. Mit Unterstützung des Jugendamtes erarbeiteten sich die Jugendlichen eine neue schulische Perspektive. Das Mikroprojekt lieferte einen wertvollen Beitrag, sich der gegenwärtigen eigenen Situation zu stellen und Hilfen nach Paragraph 27 des KJHG annehmen zu können.

Der Langzeitarbeitslose hat seine Schwellenangst überwunden und sich zum Elterntraining angemeldet. Innerhalb des Mikroprojektes wurde ihm sein soziales Engagement bewusster und seine Beweggründe, hierhin eine berufliche Brücke zu schlagen, verstärkt. Motiviert durch seine neu entdeckten Interessen und Ressourcen beginnt er im Herbst eine Umschulung im Bereich der Altenpflege.  

Ansprechpartner(in)
Klaus Köller
Leiter vom Stadtteilbüro Hamm-Norden
Sorauer Str. 14
59065 Hamm

Tel.: 02381/371860
Mail: k.koeller(at)stadtteilbuero-hamm-norden.de
Web: www.hammer-norden.de