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Kompetenzfeststellungsverfahren

Veranstalter

Jugendarbeit Hamm Norden e.V.

Förderzeitraum

1. April bis 30. Juni 2006

Ziele und Zielgruppe

Im Schuljahr 2006/07 wird an der Karlschule eine neue „9s“-Klasse starten, die aus schulmüden Schülerinnen und Schülern besteht, die aufgrund ihrer besonderen sozialen sowie individuell benachteiligten Lebenssituation einer intensiven Unterstützung bedürfen.

Da viele von ihnen kaum Vorstellungen darüber haben, wo ihre persönlichen Stärken und Schwächen liegen und noch keine beruflichen Perspektiven haben, sind sie oftmals demotiviert und vertrauen kaum auf eigene Fähigkeiten.

Um diesen Jugendlichen einen sinnvollen Start in diese Klasse zu gewährleisten, sollen zwei ausgebildete DIA-TRAINerinnen in einem sechstägigen Kompetenzfeststellungsverfahren mit den Teilnehmern besonders deren soziale (Schlüssel-) Kompetenzen, aber auch die beruflichen Fähigkeiten erarbeiten. Eine Klärung der Unsicherheiten in diesem Bereich soll dazu beitragen, den Jugendlichen eine berufliche Richtung aufzuzeigen, um sie in ihrem Denken und Handeln zu stärken und zu fördern.

DIAgnose und TRAINing, kurz DIA-TRAIN, ist eine Methode, mit der Jugendliche eim Übergang von Schule zu Beruf ihre sozialen, kreativen und handwerklichen Kompetenzen ermitteln können. Dabei sollen sie selbst ihre Lern- und Entwicklungsprozesse steuern und zu Problemlösungen finden. DIA-TRAIN ist so konzipiert, dass es motiviert und zu Eigenaktivität anregt. Durch die Anwendung verschiedener Verfahren wie Sozial-, Lern- und Kreativtraining, Assessment-Center und erlebnispädagogischer Übungen werden einerseits Schlüsselkompetenzen und Ressourcen festgestellt, andererseits dient die Methode der Diagnose im Rahmen der individuellen Förderung. Während der Trainings wurden die Probanden systematisch beobachtet.

Ein Schwerpunkt liegt in der Feststellung handwerklicher Fähigkeiten aller Schüler. So können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an verschiedenen handwerklichen Berufe testen, ob ihnen ein Berufsfeld zusagt. Männlichen wie weiblichen Schülern fällt es häufig schwer, Frauen in Verbindung mit handwerklichen Berufen zu sehen bzw. die Arbeit von Frauen als gleichwertig anzuerkennen. Das Mikroprojekt eröffnet den Mädchen somit weitere berufliche Möglichkeiten und trägt zu einer geschlechtlichen Gleichstellung bei.

Verlauf

Unterstützt von Jugendarbeit-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiern sowie Lehrerinnen und Lehrern als Fachkräfte und Beobachter wurden unter fachlicher Anleitung zweier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendwerkstatt Caritas die Diagnoseinstrumente "DIA-TRAIN" und "HAMET" eingesetzt.

Indem sie Aufträge aus verschiedenen, für den Beruf wesentlichen Bereichen erledigten und auswerteten, erarbeiteten sich die Jugendlichen eine genauere Vorstellung ihrer beruflichen Möglichkeiten.

Um den Jugendlichen ein neues Frauenbild zu vermitteln, waren zu etwa achtzig Prozent weibliche Mitarbeiter für die Planung und Durchführung des Projekts verantwortlich.
Dieser Aspekt sollte den Jugendlichen helfen, im späteren Berufsleben Kolleginnen bzw. weibliche Vorgesetzte als gleichwertig zu akzeptieren und anzusehen.

Ergebnis

Im Abschlussgespräch formulierten alle Schülerinnen und Schüler ihre beruflichen Interessen klar und deutlich. Aufgearbeitet in regelmäßigen Reflexionsgesprächen und durch die zahlreichen Übungen wurde ihnen Sozialverhalten vermittelt. Insgesamt zeigten sie sich sehr einsichtig bezüglich ihrer Verhaltensweisen. Gleichzeitig arbeiteten die Schülerinnen und Schüler ihre Stärken und Schwächen heraus.

Hoch motiviert nahmen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv am ganzen Mikroprojekt teil, arbeiteten länger als nötig und waren zu einer weiteren Kooperation bereit. So meldeten sich einige Jugendliche für ein Mikroprojekt des Jugendamtes zur Arbeitsmobilität an.

Ansprechpartner(in)
Kerstin Knuth, Holger Schillack, Anika Pöpsel
Jugendarbeit Hamm Norden e.V.
Insterburger Str. 4
59065 Hamm

Tel.: 02381/9724890
Mail: jugendarbeit-hamm-norden(at)web.de
Web: www.jugendarbeit-hamm-norden.de