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Berufliche Orientierung durch die Renovierung des offen, selbstgeleiteten Jugendtreffs "Container"

Veranstalter

Jugendarbeit Hamm Norden e.V.

Förderzeitraum

15. Oktober 2005 bis 31. Mai 2006

Ziele und Zielgruppe

Ein Container als selbst verwalteter Offener Jugendtreff steht im Wohnquartier Schottschleife im Hammer Norden. Seit seiner Instandsetzung vor sieben Jahren nicht mehr renoviert, ist dieser mittlerweile unattraktiv geworden. Nun sollen die jungen Nutzerinnen und Nutzern ihren Container neu gestalten.

In einer gewaltfreien, kooperativen und demokratischen Atmosphäre sollen die zumeist arbeitslosen Jugendlichen gemeinsam die Aktion planen und dabei ihre Meinungen miteinbringen.

Darüber hinaus sollen sie bei der Umsetzung selbst aktiv werden und Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg übernehmen. Durch eine berufliche Orientierung im handwerklichen und kreativen Bereich könnten die Jugendlichen zum weiteren Schulbesuch mit qualifiziertem Abschluss bzw. zum Wiedereinstieg in die Arbeitswelt motiviert werden.

Einige der arbeitslos gemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten für ihre Tätigkeit eine Arbeitsbeurteilung. Diese wird an den zuständigen Mitarbeiter des Kommunalen JobCenters weitergeleitet und kann bei einer Vermittlung des Jugendlichen in zukünftige Tätigkeiten behilflich sein kann.

Viele Jugendliche haben aufgrund ihrer kulturellen Hintergründe ein sehr einseitiges Frauenbild. Den Offenen Jugendtreff nutzen vorwiegend die männlichen Bewohner des Wohnquartiers, die es nicht gewohnt sind, Mädchen an ihren Freizeittreffs teilnehmen zu lassen. Um den Jugendlichen ein neues Frauenbild zu vermitteln, sind die Mitarbeiterinnen des Vereins und Bewohnerinnen des Wohnquartiers in die Planung und Durchführung des Projektes einbezogen. Weiterhin lernen die Jugendlichen eine Mitarbeiterin als verantwortliche Ansprechpartnerin kennen.

Verlauf

Zusammen mit den aktiven Gruppenleitern des Containers planten einige Besucherinnen und Besucher des Treffs die Durchführung des Mikroprojekts und brachten dabei ihre Wünsche und Vorstellungen in alle projektrelevanten Bereiche mit ein. Diese wurden gemeinsam auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft.

Unter fachlicher Anleitung erfolgte dann die Realisierung. Hier haben die Jugendlichen handwerkliche Fähigkeiten erlernt bzw. vorhandene Kenntnisse vertieft. Gleichzeitig lernten sie in der Praxis verschiedene Berufsfelder wie Schreiner, Maler, Dachdecker sowie Gas-und Wasserinstallateur kennen.

Ergebnis

Durch eine kontinuierliche, fachliche Anleitung war es möglich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgehend zu motivieren. So eigneten sie sich grundlegende berufliche Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ordnung an. In gemeinsamen Reflexionsgesprächen konnten Stärken und Schwächen besprochen werden. Ebenso wurden im Einzelfall mit vorherigem Einverständnis des Betroffenen die Bewertungen mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kommunalen JobCenters Hamm mitgeteilt.

Besonders motivierend für die Jugendlichen war ihre Partizipation: Von Anfang bis Ende konnten sie größtenteils mitbestimmen und selber mitarbeiten.

In beruflicher wie partizipatorischer Hinsicht wurde das Projektziel zum größten Teil erreicht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlangten Erfahrungen und Einblicke in die Berufswelt, die sie beruflich sowie schulisch motivierten. So nahmen zwei der Teilnehmer eine längerfristige berufliche Aktivität außerhalb des Projektes auf. Ein weiterer Teilnehmer wurde motiviert, einen höheren Schulabschluss nachzuholen. Ein anderer langzeitarbeitsloser Jugendlicher wurde kurzzeitig aktiviert und erfuhr die Bedingungen der Berufswelt. Aufgrund vermehrter Fehlzeiten konnte er das Mikroprojekt jedoch nicht beenden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich überwiegend sehr zufrieden mit dem gesamten Mikroprojekt. Vor allem die Aufwertung des Treffpunktes sowie die dadurch verbesserten Nutzungsmöglichkeiten sehen sie als positiv an. Die Beschäftigung mit den alltäglichen Anforderungen der Berufswelt regte zu einer Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen an.

Ansprechpartner(in)
Kerstin Knuth, Holger Schillack. Anika Pöpsel
Jugendarbeit Hamm Norden e.V.
Insterburger Str. 4
59065 Hamm

Tel.: 02381/9724890
Mail: jugendarbeit-hamm-norden(at)web.de
Web: www.jugendarbeit-hamm-norden.de