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Ausbau eines Jugendtreffs im Wohnquartier Oranienburger Straße

Veranstalter

Jugendarbeit Hamm Norden e.V.

Förderzeitraum

15. Juli 2005 bis 28. Februar 2006

Ziele und Zielgruppe

Die Idee eines selbst verwalteten Treffpunktes hatten Jugendliche des sozialen Brennpunktes in der Oranienburgerstraße im Jahr 2004. Ein solcher Treffpunkt wird hauptsächlich von männlichen Jugendlichen gewünscht und später auch von ihnen genutzt. Aufgrund ihrer kulturellen Hintergründe haben viele Jugendliche ein einseitiges Frauenbild. Erfahrungen aus der Offenen Jugendarbeit zeigen, dass die Aktivität der männlichen Jugendlichen wesentlich größer ist, als die der weiblichen. Entsprechend „dürfen“ viele Mädchen den Container aus Sicht ihrer Brüder nicht besuchen.

Um allen Jugendlichen ein neues Frauenbild zu vermitteln und sie damit auf das spätere Berufsleben mit Kolleginnen bzw. weiblichen Vorgesetzten vorzubereiten, sollen nicht nur Mädchen in die Planung und Durchführung des Projektes miteinbezogen werden, sondern Mitarbeiterinnen des Vereins als verantwortliche Ansprechpartnerinnen bereitstehen.

Mit einer kreativen Innen- und Außengestaltung durch die Jugendlichen sollen bessere Nutzungsmöglichkeiten für den Treff geschaffen werden. Ihre Ideen können die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung umsetzen und bekommen dabei handwerkliche Fähigkeiten vermittelt. Unterstützt werden sie von den pädagogischen Fachkräften des Vereins, von denen ein Mitarbeiter gelernter Schlosser ist, und einem gelernten Straßen- und Landschaftsbauer. Dieser ist zurzeit erwerbslos und bekommt somit eine Chance, den Kontakt zum Arbeitsmarkt nicht zu verlieren. Durch diese verschiedenen Aufgabengebiete können Jugendlichen, die auf der Schwelle zwischen Schule und Beruf stehen und noch nicht über konkrete berufliche Perspektive verfügen, Einblicke in verschiedene Berufsfelder erlangen.

Die Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, eigenverantwortlich und kreativ an diesem Mikroprojekt mitzuarbeiten und mitzugestalten. Dabei besteht für sie die Gelegenheit, sich mit ihrem eigenen Stadtteil zu identifizieren und auseinanderzusetzen. Sie sollen ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet, eigene Interessen zu vertreten, mitzubestimmen sowie Verantwortung zu übernehmen.

Verlauf

Erste praktische Erfahrungen im Umgang mit dem Material sowie den entsprechenden Werkzeugen konnten die sieben Jugendlichen bereits bei dem Bau des Grundgerüstes für den zwölf Quadratmeter großen Unterstand sammeln. Als nächsten Schritt ging es an die Innenausstattung und die Außengestaltung. Dazu galt es einen Fußboden zu verlegen, Sitzgelegenheiten zu schaffen sowie das Gebäude mit Fenstern und einer Tür auszustatten. Ihrem begrünten und von außen bemalten Werk gaben die jungen Bauherren den letzten Schliff durch eine kleine Terrasse.

Ergebnis

Stolz darauf, dass sie selbst ihre Ideen und Vorstellungen bei dem Ausbau umgesetzt haben, sind die Jugendlichen äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. Die kontinuierliche sowie fachliche Anleitung motivierte die Jugendlichen zum Durchhalten. Waren die männlichen Teilnehmer überwiegend sehr zufrieden mit dem gesamten Mikroprojekt, konnten die Weiblichen nach der Bauphase immerhin in die Aktionen der Jugendarbeit im Wohnquartier eingebunden werden. Denn mit Beginn der Bauphase zogen sich die zwei Teilnehmerinnen zunehmend stärker zurück und ließen die dominanten Jungen "machen". Dennoch sehen alle vor allem die Aufwertung des Treffpunktes sowie die dadurch verbesserten Nutzungsmöglichkeiten als sehr positiv an.

Durch die praktische Arbeit haben alle Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen Einblicke in die Berufswelt erlangt, erste Erfahrungen sammeln können und wurden beruflich sowie schulisch motiviert. Positiv äußerten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, dass sie die Möglichkeit hatten, alltägliche Anforderungen der Berufswelt wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ordnung kennenzulernen bzw. aufzufrischen. In gemeinsamen Reflexionsgesprächen ermittelten sie ihre persönlichen Kompetenzen, die mit ihrem Einverständnis dem Kommunalen JobCenter Hamm mitgeteilt wurden.

Einen direkten Erfolg konnte ein Teilnehmer für sich verbuchen, denn ihm wurde aufgrund der guten Arbeit eine Nebentätigkeit außerhalb des Projektes angeboten. Hoch motiviert beschloss er neben vier weiteren Jugendliche, die Schule weiterhin zu besuchen bzw. einen höheren Schulabschluss nachzuholen.

Ansprechpartner(in)
Kerstin Knuth, Holger Schillack, Anika Pöpsel
Jugendarbeit Hamm Norden e.V.
Insterburger Str. 4
59065 Hamm

Tel.: 02381/9724890
E-Mail: jugendarbeit-hamm-norden(at)web.de
Web: www.jugendarbeit-hamm-norden.de