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Demokratie erlernen für Schülervertreterinnen und Schülervertreter der Karlschule

Veranstalter

VeranstalterKarlschule Hamm

Förderzeitraum

22. Januar bis 30. April 2004

Ziele und Zielgruppe

Die Bedeutung sozialer Kompetenz in Schule, Gesellschaft und Arbeitsleben wird immer größer. Die veränderten Lebensbedingungen von Heranwachsenden erfordern Ausweitung und Veränderung der außerfamiliären Betreuungsformen und Aktivitätsmöglichkeiten zur Stärkung der sozialen Erfahrungen und zum Aufbau bzw. zur Stabilisierung sozialer Verantwortung.

Die Karlschule ist eine Hauptschule mit den Jahrgängen von Klasse fünf bis zehn. Als Stadtteilschule besuchen sie überwiegend Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Angesichts der Problematik von Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung sollen Schülervertreterinnen und Schälervertreter in diesem Mikroprojekt Demokratie erlernen. Doch die Klientel tut sich schwer, verantwortungsvolle Tätigkeiten zu übernehmen. Oft ersetzen in Hauptschulen Peergroups die Familien.

Gleichaltrige übernehmen Funktionen der Erziehung, Orientierung und sozialen Bindung. Entsprechend kommt der Einbindung von Multiplikatoren wie Klassensprecherinnen und Klassensprechern eine besondere Bedeutung zu.

Dabei soll die Schülerverwaltung (SV) die Mitwirkung der Schülerschaft in demokratischer Weise ermöglichen und ihr so die Gelegenheit geben, Erfahrungen im demokratischen Handeln zu machen. Darüber hinaus soll die SV die Rechte der Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Bildungsauftrages der Schule vertreten, deren Interessen wahrnehmen und fördern, sowie sich an der Gestaltung des Schullebens beteiligen. Ziel ist, die Persönlichkeitsentwicklung der einzelnen Klassenvertreter als Teil der Ausbildung zu fördern.

Feinziele

  1. Erstellen eines Musterprogramms für SV-Arbeit an unseren Hauptschulen
  2. Absprachen über Zusammenarbeit zwischen den beiden Hauptschulen im laufenden und in den Folgeschuljahren
  3. Schulung der Teamfähigkeit durch Arbeit in neu zusammengestellten Schülergruppen

Verlauf

Die Lehrervertreter der Karlschule bemühten sich, die Klassensprecherinnen und Klassensprecher sowie deren Stellvertreter turnusmäßig zu schulen, um sie eingehend über ihre Rechte und Pflichten zu informieren und auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

Der Schülerrat lernte, Problemlösungsstrategien zu erarbeiten, demokratische Lösungswege zu entdecken und Teamfähigkeit zu entwickeln.

Während eines dreitägigen Seminars im Jugendheim auf dem Ahorn in Nachrodt-Wiblingwerde und einer zweitägigen Fortbildungsveranstaltung im Schloss Oberwerries wurden Klassensprechern soziale Schlüsselqualifikationen vermittelt, die für die Aufgaben der SV und die spätere Berufstätigkeit unabdingbar sind. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Moderatorenschulung und wurden an konkreter Planung von Aktionen im laufenden Schuljahr beteiligt.

Ergebnis

Trotz der hohen Akzeptanz und Begeisterung der Jugendlichen während der Fortbildung stellte sich heraus, dass es schwierig ist, das Erlernte im Schulalltag anzuwenden. Ohne Druck und Anleitung von Lehrpersonal bleibt die Projektdurchführung in eigener Regie schwierig.

Bis dahin waren vielen Klassensprecherinnen und Klassensprechern ihre Kollegen besonders in den unteren und höheren Klassen nicht bekannt. Das gegenseitige Kennenlernen trug dazu bei, dass auch die Jüngeren nun eher bereit waren, die Hilfen der Älteren, besonders wenn sie als Streitschlichter ausgebildet waren, anzunehmen.

Die geplante Zusammenarbeit und Kooperation mit der Nachbarschule gestaltete sich schwierig, da es kaum Kooperationen der Lehrpersonen gab und die Auffassungen der SV beider Schulen differieren.

Insgesamt bleibt es schwierig, Schülerinnen und Schüler zum eigenständigen Arbeiten zu motivieren. Trotz eines Austauschs der Jugendlichen untereinander konnte keine Selbstständigkeit erreicht werden. Zumeist zeigten die Klassensprecherinnen und Klassensprecher die Eigenheit, auf Impulse durch Lehrpersonen zu warten, anstatt Eigeninitiative zu entwickeln und ausgestattet mit ihren sozialen Kompetenzen für Rechte und Pflichten ihrer Klassen einzutreten.

Ansprechpartner(in)
Annette Hübner, Schulsozialarbeiterin
Karlschule Hamm
Westberger Weg 17-19
59065 Hamm

Tel.: 02381/9148512
Mail: karlschule.schulen.hamm(at)t-online.de
Web: www.karlschule.schulnetz.hamm.de